Fischbacher wollen kein Asylzentrum

Die Einwohner von Fischbach sind skeptisch gegenüber dem geplanten Asylzentrum. Daran konnte am Mittwoch auch Regierungsrat Guido Graf nichts ändern.

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Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Die Meinung vieler Fischbacher zum geplanten Asylzentrum ist unübersehbar: «Wir wollen kein Asylzenter» oder «Fischbach bleibt Fischbach» steht auf grossen Leintüchern im Dorfzentrum. Die Regierung möchte auf Anfang 2012 das alte Bürgerheim auf der Mettmenegg in Fischbach als neues Asylzentrum in Betrieb nehmen. Es soll bis zu 55 Plätze für Asylbewerber bieten und einen Teil des Zentrums in Malters ersetzen, das auf Ende des Jahres geschlossen wird.

Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Das alte Bürgerheim Mettmenegg in Fischbach. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Manche Gegner des Asylzentrums kämpfen mit harten Bandagen: Die Eigentümerfamilie des Bürgerheims hat am Mittwoch per Post zwei anonyme Drohungen bekommen. «Das verurteilt die Gesamtregierung aufs Schärfste», sagte Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf gestern an einem Informationsanlass in Fischbach vor rund 250 Personen aus der Region.

Kritik am Kanton

Bei den Einheimischen war die Verunsicherung gross: So fürchtete ein Besitzer eines Einkaufsmarktes in Zell Diebstähle. Man solle die Asylbewerber lieber nach Willisau zum Einkaufen schicken, meinte er. Hugo Steinmann von der CVP Fischbach kritisierte die Kommunikationsstrategie des Kantons: «Man verheimlicht alles, was möglich ist, und schafft dann Fakten.»

Vertrag noch nicht unterzeichnet

Pikant: Der Vertrag zur Nutzung des alten Bürgerheims auf der Mettmenegg in Fischbach ist noch nicht unterschrieben, wie Asylkoordinator Raymond Caduff bestätigt. Warum ist die Regierung schon vor Vertragsabschluss an die Öffentlichkeit gegangen? Regierungsrat Guido Graf wollte sich dazu gestern nicht äussern.

Am Ende des Abends lud Graf die Fischbacher ein, das Asylzentrum in Emmen zu besichtigen. Bei der definitiven Entscheidung um ein Asylzentrum hat die Bevölkerung jedoch nichts zu melden.

Luzia Mattmann

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Motion

SVP-Kantonsrat Christian Graber hat am Donnerstag eine Motion mit dem Titel «Kein Asylzentrum gegen den Willen einer betroffenen Gemeinde» eingereicht.

In der Begründung des Vorstosses heisst es, dass die Gemeinde selbst die Zumutbarkeit eines Asylzentrums beim vorgesehenen Standort am besten einschätzen könne. Wenn ein geplantes Asylzentrum zu nahe am Dorfzentrum liege, müsse die betroffenen Gemeinde in Zukunft die Möglichkeit haben, ein Asylzentrum abzulehnen, um so die Attraktivität einer Gemeinde zu gewährleisten.

pd/bep

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