Stadt will Familiengärten verschwinden lassen

Die Stadt Luzern will die Anzahl Familiengärten langfristig um rund einen Drittel reduzieren. Dazu soll das Areal Friedental teilweise zu einem Landschaftspark umgestaltet und die Areale Urnerhof und Grabenhof umgezont werden.

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Die Familiengärten im Areal Urnerhof sollen verschwinden. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Familiengärten im Areal Urnerhof sollen verschwinden. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Langfristig sollen den Bewohnern der Stadt Luzern noch rund 600 Parzellen für Familiengärten zur Verfügung gestellt werden. Aktuell umfasst das Angebot rund 870 Einzelparzellen. In diesem Zusammenhang erkenne die Stadt die Familiengärten zwar als wertvolle Gründflächen an, eine massvolle Reduktion sei aber sinnvoll: Durch die Umzonung würden zusätzliche Flächen für neue Wohnungen und Arbeitsplätze geschaffen, teilt die Stadt Luzern am Donnerstag mit.

Zudem soll durch die Berücksichtigung von Stadtluzernerinnen und -luzerner die Anzahl der auswärtigen Nutzer in Zukunft reduziert werden. Kündigungen werden aber keine ausgesprochen.

Areal Friedental: Nutzung bis Ende 2013

Um das Konzept umzusetzen, soll das Areal Friedental(Riedstrasse, Sedel-West, Moorental, Friedental-Ried) saniert werden. Der Boden im Gebiet sei wegen der ehemaligen Kehrichtdeponie von erheblichen Nutzungseinschränkungen betroffen. Das Gebiet soll als naturnaher Frei- und Grünraum erhalten und für die Öffentlichkeit aufgewertet werden.

Aufgrund der vollständigen Abdeckung muss der Grossteil der Areale aber komplett geräumt werden. Das heisst, die Gartenhäuschen können nicht erhalten bleiben. Nach der Sanierung können auf zwei Arealen wieder etwa 100 Familiengartenparzellen angeboten werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung und die Neugestaltung betragen gemäss aktuellem Stand rund 6,7 Millionen Franken. Es ist geplant, 2014 mit der Sanierung zu beginnen. Die Areale können so noch bis Ende der Gartensaison 2013 mit den bekannten Einschränkungen genutzt werden. Die Kosten für die Räumung übernimmt die Stadt Luzern.

Areale Urnerhof und Grabenhof: Geplante Umzonung

Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur Revision der Bau- und Zonenordnung hat der Familiengärtnerverein Luzern den Antrag gestellt, auf die Umzonung des Areals Urnerhofzu verzichten. Auch der Kanton Luzern hat Vorbehalte zur Umzonung geäussert, weil das Grundstück im Bereich der möglichen Linienführung des Strassenprojektes «Spange Nord» liegt. Der Stadtrat hält trotzdem an der Umzonung fest. Er hat Gespräche mit den kantonalen Behörden aufgenommen, um die weiteren Schritte zu klären.

Das weitere Vorgehen und die zukünftige Nutzung des Areals Grabenhofwird in Absprache mit der Krienser Gemeindebehörde festgelegt. Auf jeden Fall können die Familiengärtnerinnen und Familiengärtner der beiden Areale ihre Parzellen bis mindestens Ende 2014 nutzen. Zudem sieht die Stadt folgende Anpassungen vor:

Areal Allmend:Bodenaustausch bei 16 Parzellen mit Nutzungseinschränkung.

Areal Lido: Verzicht auf Sanierung (Reserve für Überbauung).

Buchgewinne sollen Sanierung finanzieren

Die städtische Familiengartenstrategie soll Mitte 2012 dem Grossen Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden. Die Stadt beabsichtigt, die Ende 2014 und Ende 2015 auslaufenden Verträge für jene Areale, die nicht von einer Umzonung beziehungsweise Umnutzung betroffen sind, anzupassen und um zwanzig Jahre zu verlängern. Die Sanierung und Umgestaltung des Friedentals soll durch die Umzonung des Areals Urnerhof und der damit erzielenden Buchgewinne realisiert werden.

pd/bep