SCHWEIZER FERNSEHEN: TV-Dokumentation: «Das Attentat von Zug»

Es war das Verbrechen, das die ganze Schweiz erschütterte: Der Amoklauf von Friedrich Leibacher forderte im Herbst 2001 14 Tote und 18 Verletzte. Der Film von heute Dienstag blickt zurück.

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Das Zuger Regierungsgebäude beim Attentat am 27. September 2001. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Das Zuger Regierungsgebäude beim Attentat am 27. September 2001. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Am 27. September 2001 kurz vor 10.30 Uhr stürmte Friedrich Leibacher in das Zuger Regierungsgebäude und erschoss innerhalb weniger Minuten 14 Menschen. 18 weitere verletzte er zum Teil schwer. Danach richtete sich der Täter selbst.

Die wohl grausamste Tat der Schweizer Kriminalgeschichte veränderte das Leben von vielen und führte in mancherlei Hinsicht zu einem Umdenken. Das Schweizer Fernsehen zeigt «Das Attentat von Zug» im Rahmen der diesjährigen DOK-Serie «Kriminalfälle – Schweizer Verbrechen im Visier».

«Tag des Zornes für die Zuger Mafia»
Friedrich Leibacher war eine äusserst komplexe Persönlichkeit. Als er sich nach dem Attentat selbst erschoss, ging ein Leben zu Ende, das geprägt war von kriminellen Vergehen, Persönlichkeitsstörungen und psychiatrischen Gutachten, Auswandererträumen sowie missratenen Versuchen, ein normales Leben zu führen.

Dem Attentat ging ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Friedrich Leibacher und den Zugerland Verkehrsbetrieben voraus. Im Zentrum stand ein Buschauffeur, dem Leibacher Alkoholmissbrauch vorwarf. Trotz Abklärungen und zahlreicher Gespräche kam es zu keiner Einigung. Friedrich Leibacher fühlte sich von allen Beteiligten völlig unverstanden und machte seiner Wut in einem Pamphlet Luft: «Tag des Zornes für die Zuger Mafia» nannte er es.

Die Sekunden der Tat und das Leben danach
Im Film von Marion Friedrich Honegger schildern Überlebende die wenigen Sekunden der Tat und ihr Leben danach. Gerichtspsychiater Frank Urbaniok erklärt, wie er das Gefahrenpotenzial von möglichen Straftätern eruiert, und er analysiert die Persönlichkeit von Friedrich Leibacher. Strafrechtsexperte Christian Schwarzenegger legt dar, welchen Einfluss das Attentat auf das Waffenrecht und die Sicherheitsvorkehrungen für die Behörden hatte.

Daneben erzählen Beamte, Angehörige und Betroffene, wie sie Friedrich Leibacher im Lauf der Jahre erlebten. Ein vielseitiges Bild eines Verbrechens, das die Schweiz erschütterte.

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«Das Attentat von Zug»
Dienstag, 28. Juli 2009, um 21.05 Uhr auf SF 1

Der Attentat-Überlebende und Journalist Rupy Enzler. (Bild SF)