KANTONSGERICHT: Die Familie greift nach den «P»-Millionen

Im Schwyzer Kantonsgericht ging es am Dienstag um sehr viel Geld. Der Streitwert in einem Zivilfall liegt bei um die 100 Millionen Franken.

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Jean-Robert Gerstenhauer-Grolimund war vor Jahrzehnten Generaldirektor des Inseratekonzerns Publicitas, in der Fachwelt als «P» bezeichnet. Aus der Publicitas wurde die heutige PubliGroupe, der grösste Anzeigenkonzern der Schweiz. Der damals schwerreiche Jean-Robert Gerstenhauer gründete 1985 eine Familienstiftung eher zufällig mit Sitz in Ingenbohl-Brunnen. Die der staatlichen Stiftungskontrolle nicht unterstehende und steuerbegünstigte Körperschaft sollte die Erziehung und den Lebensunterhalt von Familienmitgliedern sichern.

PubliGroupe-Aktionärin
Das Vermögen der Stiftung besteht aus 277'860 Aktien der PubliGroupe. Die Gerstenhauer-Stiftung hält damit 11,2 Prozent der «P»-Aktien und ist der grösste Aktionär des Konzerns. Vom Ertrag der Stiftung kann gemäss den Statuten gegenwärtig nur eine Person profitieren: die Witwe des verstorbenen Stifters. Was Begehrlichkeiten anderer Familienmitglieder weckte. Aus diesem Kreis wurde im Kanton Schwyz von einer Verwandten ein Gerichtsstreit gegen die Stiftung gestartet. Die Frau verlangte, die Familienstiftung Gerstenlauer sei als nichtig zu erklären. Womit weitere Mitglieder zweier Familien von den vielen Millionen der Stiftung profitieren könnten.

Das Urteil soll erst nächste Woche veröffentlicht werden. Der Kantonsgerichtspräsident versuchte, zwischen den Parteien eine Einigung herbeizuführen. Zum Vergleich kam es allerdings nicht, die klagende Partei kündigte schon gestern den allfälligen Weiterzug bis ans Bundesgericht an.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Schwyzer Zeitung.