KANTONSRAT: Abstriche beim öffentlichen Verkehr im Kanton Schwyz

In den kommenden vier Jahren lässt sich der Kanton Schwyz den öffentlichen Verkehr 17,8 Millionen Franken kosten. Das ist eine halbe Million weniger als bisher. Der Kantonsrat hat am Mittwoch das Grundangebot verabschiedet.

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Beim öffentlichen Verkehr wird, wenn man dem Namen des Sparplans glaubt, «moderat» gekürzt. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Beim öffentlichen Verkehr wird, wenn man dem Namen des Sparplans glaubt, «moderat» gekürzt. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Im neuen öV-Grundangebot verzichtet der Kanton Schwyz auf die weitere Finanzierung von 5 von insgesamt 59 Linien. Im Rahmen des Entlastungsprogramms 2014-2017 hatte der Regierungsrat auch den öffentlichen Verkehr auf Einsparpotenziale überprüft. Das Resultat war das Sparszenario „Moderat“.

Die vorberatende Kantonsratskommission wollte am bisherigen Grundangebot festhalten. In der Abstimmung unterlag sie jedoch mit 37 zu 56 Stimmen. Für ein öV-Angebot ohne Abstriche plädierten vor allem CVP und SP. Mit dem Entscheid des Parlaments wird nun der Kantonshaushalt um 0,5 Millionen Franken entlastet.

Rigibahnen betroffen

Betroffen sind fünf Linien der Busbetriebe in Schwyz und Freienbach sowie die Rigibahnen und die Luftseilbahn Morschach-Stoos. Diese Linien will der Kanton auf Grund der ungenügenden Wirtschaftlichkeit nicht weiter mitfinanzieren.

Die Befürworter des Status quo im regionalen öffentlichen Verkehr warnten vergeblich vor einer Beeinträchtigung der Standortattraktivität des Kantons sowie der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung. Tourismusbetriebe und die lokale Wirtschaft würden schwer in Mitleidenschaft gezogen, hiess es in der Debatte.

SVP wollte mehr Einsparungen

Die SVP-Fraktion hatte die Rückweisung der Vorlage beantragt, weil im öffentlichen Verkehr mehr Einsparungen möglich sein müssten. Ihr Antrag unterlag jedoch mit 29 zu 55 Stimmen. Die FDP-Fraktion stellte sich auf die Seite der Regierung. Trotz der beschlossenen Einsparungen bleibe das Schwyzer öV-Angebot gut.

Das öV-Grundangebot 2016-2019 beinhaltet kantonale Abgeltungen von 15,7 bis 17,8 Millionen Franken pro Jahr. In der Schlussabstimmung votierten 77 Kantonsräte für die Vorlage des Regierungsrats, 14 Parlamentarier waren dagegen. (sda)