KANTONSRAT: Modell «Stipendien statt Sozialhilfe» ohne Chance

Schwyzer Jugendliche aus einkommensschwachen Familien erhalten weiterhin keine existenzsichernden Stipendien für ihre Ausbildung. Der Kantonsrat hat am Mittwoch das Modell «Stipendien statt Sozialhilfe» klar abgewiesen.

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Studenten im Vorlesungssaal. Symbolbild. (Bild: Keystone)

Studenten im Vorlesungssaal. Symbolbild. (Bild: Keystone)

In einer Motion bemängelten vier Kantonsräte aus allen Fraktionen, dass im Kanton Schwyz die Ausbildungsbeiträge für Jugendliche nicht zur Existenzsicherung genügten. Viele Jugendliche müssten sich zusätzlich an die Sozialhilfe ihrer Gemeinde wenden, wenn die finanzielle Möglichkeiten ihrer Eltern nicht ausreichten.

Um diese Doppelspurigkeit zu verhindern und den Anspruch auf eine berufliche Grundausbildung zu festigen, sollten die Stipendien- und Sozialhilfenormen harmonisiert werden, argumentierten die Motionäre.

Klares Nein zu Waadtländer Modell

Das im Vorstoss vorgeschlagene Modell «Stipendien statt Sozialhilfe», das im Kanton Waadt angewendet wird, stiess aber im Schwyzer Kantonsrat auf deutliche Ablehnung. Mit 75 zu 11 Stimmen wurde die Motion als nicht erheblich erklärt.

Die Parlamentsmehrheit äusserte die Ansicht, dass dem Kanton hohe Mehrkosten entstünden, wenn das Waadtländer Modell eingeführt würde. Ausserdem seien im Kanton Schwyz bereits verschiedene Massnahmen getroffen worden, um Jugendliche in Ausbildung beim Einstieg in die Berufswelt zu unterstützen. Damit werde den Forderungen der Motionäre schon weitgehend entsprochen, meinte der Regierungsrat.

sda