Kantonsspitäler arbeiten enger zusammen

Die Kantonsspitäler Luzern und Nidwalden werden ab 2012 aus einer Hand geführt. Die beiden Spitäler bleiben rechtlich selbständig, die obersten Gremien werden jedoch mit denselben Personen besetzt.

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Yvonne von Deschwanden (links) und Guido Graf bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrages. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Yvonne von Deschwanden (links) und Guido Graf bei der Unterzeichnung des Rahmenvertrages. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf und seine Nidwaldner Amtskollegin Yvonne von Deschwanden haben am Montag in Stans den Rahmenvertrag unterzeichnet. Der Vertrag gilt vorerst für eine Versuchsphase von vier Jahren. Danach ist zu prüfen, ob die beiden Spitäler in eine gemeinsame Firma überführt werden.

Die beiden Kantone reagieren damit auf die neue, ab 2012 geltende Spitalfinanzierung, von der eine Verschärfung des Wettbewerbs erwartet wird. Sie hoffen, dass sie als regionaler Verbund die knappen finanziellen und personellen Mittel optimaler einsetzen können als im Alleingang, wie Projektleiter Andreas Scheuber sagte.

Sichern der Grundversorgung in Stans

Das Kantonsspital Luzern mit seinen Standorten Luzern, Wolhusen, Sursee sowie der Höhenklinik Montana VS ist rund zehn Mal grösser als das Kantonsspital Nidwalden. Dank dem grossen Partner könne die Grundversorgung in Stans gesichert werden, sagte von Deschwanden.

Es wird für kleinere Spitäler immer schwieriger, geeignete Kaderleute zu finden. Im Verbund hat das Nidwaldner Spital Zugriff auf den grösseren Personalpool von Luzern. Auch Stellvertretungen können einfacher geregelt werden. Denkbar ist auch, dass Luzerner Spezialisten tageweise in Stans operieren.

Für Patienten ändert sich nichts

Doch auch Luzern kann gemäss Graf vom Verbund nur gewinnen. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien zu gross, als dass jedes Kantonsspital sie allein lösen könne. Aus der Zusammenarbeit gebe es keine finanzielle Mehrbelastung für Luzern, sagte er.

Für die Patienten ändert sich kaum etwas. Die beiden Kantonsspitäler würden weiterhin mit dem eigenen Personal auf eigene Rechnung arbeiten, sagte von Deschwanden. Statt wie bisher punktuell zusammenzuarbeiten, würden sich die beiden Unternehmen neu aber wie ein einziges verhalten, erklärte Graf.

Personell identische Gremien

Erreicht wird dies mit einer personell identischen Besetzung der Führungsebenen, den beiden Spitalräten und den Geschäftsführungen. Luzerns Spitaldirektor Benno Fuchs wird neu Direktor beider Spitäler sein, sein Stellvertreter ist der Nidwaldner Spitaldirektor Urs Baumberger. Mit dieser Lösung soll es möglich werden, die Spitalversorgung über gemeinsame Gremien abzustimmen, ohne dass die Kantone das Heft aus der Hand geben, etwa beim Budget. Auch was wo angeboten werde, würden weiterhin die Kantone entscheiden, sagte Graf.

Wie die Spitäler ihre Leistungen untereinander aufteilen und wo es zu Konzentrationen kommt, ist noch nicht entschieden. Dass Luzerner für gewisse Eingriffe neu nach Stans fahren müssen, ist gemäss den gemachten Angaben wenig wahrscheinlich.

Damit der Rahmenvertrag umgesetzt werden kann, muss Nidwalden sein Spitalgesetz anpassen. In Luzern sind keine Anpassungen nötig. Der Verbund ist bereit, weitere Kantone aufzunehmen.

sda/ks

Projekt Lunis

Durch die allgemeine Kostenentwicklung im Gesundheitswesen werden die Spitäler vermehrt unter Kostendruck gesetzt. Um die Versorgungssicherheit und Qualität in der stationären Versorgung mit angemessenen Kosten längerfristig zu gewährleisten, soll mit Hilfe der Luzerner-Nidwaldner Spitalregion (Lunis) kantonsübergreifend geplant werden. Beide Kantone wollen ihre Synergien nutzen und können auf einer bereits bestehenden Zusammenarbeit aufbauen.