Corona
«Mit diesen Massnahmen können wir leben» – das sagen Zentralschweizer Seilbahnen zur Kapazitätsgrenze

Weniger Leute in grossen Gondeln: Die Bergbahnen in der Schweiz führen diesen Winter freiwillig eine Kapazitätsbeschränkungen ein. Die Zentralschweizer Skigebiete reagieren gelassen darauf.

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Dicht an dicht gedrängt: So fühlen sich Fahrten in Gondeln in der Skisaison jeweils an. In grossen Kabinen mit Stehplätzen soll dies jedoch auch diesen Winter anders sein. Wegen der Coronapandemie haben die Bergbahnen nämlich eine freiwillige Kapazitätseinschränkungen beschlossen, wie Seilbahnen Schweiz am Freitag mitteilt. «Die Sicherheit der Gäste hat für die Bergbahnbetreiber oberste Priorität», schreibt der Verband.

Konkret sollen Gondeln mit einer Kapazität von mehr als 25 Personen nur noch zu 70 Prozent ausgelastet werden. In einer grossen Kabine mit 100 Personen Fassungsvermögen sollen also noch 70 Personen mitfahren dürfen. Die freiwillige Kapazitätsbeschränkung gilt allerdings nur für Kabinen mit Stehplätzen. Zur Erinnerung: In der vergangenen Saison hatte der Bund eine generelle Kapazitätsbeschränkung für Bergbahnen auf zwei Drittel beschlossen. Aufgrund des Impffortschritts sieht sich der Bundesrat inzwischen jedoch ausserstande, wieder Kapazitätsbeschränkungen zu verfügen.

«Zusätzlich wird im Aussenbereich auch wieder ein geordnetes Anstehen mit den entsprechenden Abstandsbestimmungen organisiert», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Bergbahnen würden dafür sorgen, «dass die Massnahmen konsequent umgesetzt werden».

Die Skigebiete sind vorbereitet

Die Zentralschweizer Skigebiete Engelberg Titlis und Andermatt-Sedrun äussern sich positiv zu diesen vom Verband Seilbahnen Schweiz vorgeschlagenen Massnahmen.

Urs Egli, Leiter Marketing bei den Titlis Bergbahnen sagt: «Mit diesen neuen Massnahmen können wir leben. Die Kapazitätsgrenze betrifft bei uns die Rotair-Seilbahn.» Man sei es sich seit einiger Zeit gewohnt, rollend zu planen und sei auf solche Dinge vorbereitet. «Wir richten die Anstehbereiche wieder coronakonform ein und verbessern noch wo nötig die Abstands-Signalisation. Für die Talstation ist eine Aufstockung des Personals in Diskussion», sagt Egli.

Skifahrer mit Atemschutzmasken sind mit der Luftseilbahn «Rotair» auf den Titlis unterwegs.

Skifahrer mit Atemschutzmasken sind mit der Luftseilbahn «Rotair» auf den Titlis unterwegs.

Bild: Alexandra Wey / Keystone (10. November 2020)

Stefan Kern, Kommunikationsbeauftrager bei der Andermatt-Sedrun Sport AG, lässt auf Anfrage schriftlich ausrichten: «Diese Massnahmen werden spätestens am 18. Dezember 2021 in den beiden Pendelbahnen am Gemsstock entsprechend umgesetzt. Zudem gibt es für Besitzerinnen und Besitzer der Jahreskarte täglich vom 18.12.2021 bis 09.01.2022 die Möglichkeit für eine Reservation am Gemsstock, was eine gestaffelte Anreise der Gäste ermöglicht. Weitere Anlagen der Andermatt-Sedrun Sport AG sind von dieser (freiwilligen) Kapazitätseinschränkung nicht betroffen.»

Die Sportbahnen Melchsee-Frutt kennen die Massnahmen ebenfalls aus dem letzten Jahr. Geschäftsführer Daniel Dommann sagt: «Wir können das Konzept der letzten Saison aus der Schublade ziehen. Das ist in unserem Sinne, damit wir Mitarbeiter und Gäste so gut wie möglich schützen können.» Betroffen von der Kapazitätsgrenze ist die Pendelbahn von Melchsee-Frutt auf den Bonistock. (jwe/Michael Graber/Samuel Thomi)