Kinder aus dem «Fenster» sind wohlauf

Zum siebten Mal wurde ein Kind im Babyfenster des Spitals abgegeben. Der Schutz des Kindes steht dabei über allem. Doch dies hat einen grossen Nachteil.

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Hebamme Andrea Schärer macht das Bettli für das Babyfenster im Regionalspital Einsiedeln wieder parat. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Hebamme Andrea Schärer macht das Bettli für das Babyfenster im Regionalspital Einsiedeln wieder parat. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Geht im Einsiedler Spital der Alarm des Babyfensters los, wird eine regelrechte Maschinerie in Gang gesetzt. Während man sich im Spital um das Wohlergehen des Babys kümmert, wird die Einsiedler Vormundschaftsbehörde sofort aktiv, wie dies etwa letzten Montag zum siebten Mal passiert ist. «Es wird ein Vormund bestimmt, der für das Kind zuständig ist, bis ein Pflegenotfallplatz und Adoptiveltern gefunden werden», so Gerhard Villiger, Chef der Vormundschaftsbehörde Einsiedeln.

Was mit den Kindern geschehen ist, die seit der Entstehung des Babyfensters im Jahre 2001 abgegeben wurden, ist nicht bekannt. In den Medien war zu lesen, dass eines wieder bei den leiblichen Eltern lebt, die anderen fünf seien adoptiert worden. Doch Villiger gibt sich zugeknöpft. «Diese Information dementiere oder bestätige ich nicht. Ich kann dazu nichts sagen», so der Einsiedler Bezirksrat.

Die anonyme Abgabe im Babyfenster habe einen grossen Nachteil. Denn häufig wollen Adoptivkinder ihre leiblichen Eltern kennen lernen. «Mit der Volljährigkeit erhalten die Jugendlichen zwar Einsicht in die Akten, doch diese sind äusserst dürftig», so Villiger. Dennoch begrüsst er das Babyfenster und die Nachricht, dass in Davos ein zweites geschaffen werden soll.
Laura Zambelli

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