KIRCHE: Bistum Chur: Appell gegen Vitus Huonder

Der Vorschlag des Churer Bischofs Vitus Huonder, dass Homosexuelle und Geschiedene mit verschränkten Armen zur Kommunion gehen und statt der Hostie einen Segen erhalten, stösst bei Katholiken auf Kritik. 2705 Personen haben einen Appell dagegen unterzeichnet.

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Der Vorschlag des Churer Bischofs Vitus Huonder, dass Homosexuelle und Geschiedene mit verschränkten Armen zur Kommunion gehen und statt der Hostie einen Segen erhalten, kommt nicht gut an. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Der Vorschlag des Churer Bischofs Vitus Huonder, dass Homosexuelle und Geschiedene mit verschränkten Armen zur Kommunion gehen und statt der Hostie einen Segen erhalten, kommt nicht gut an. (Symbolbild) (Bild: Archiv Keystone)

Der vorgeschlagene Segen verdiene diesen Namen nicht, weil er als eine Art Trostpreis zu verstehen sei, kritisieren die Initiantinnen des Appells in einer Mitteilung vom Freitag.

Es sei demütigend und anmassend, Menschen, die sich liebten und es etwa nach einer gescheiteren Beziehung nochmals versuchten, von der Gemeinschaft auszuschliessen, die miteinander das Brot teile.

Viele der Unterzeichnenden hätten einen direkten Bezug zur Kirche als Angestellte oder durch ein ehrenamtliches Engagement, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Appell mit den 2705 Namen soll den Schweizer Bischöfen übergeben werden.

Wer in einer «irregulären Situation» lebt, kann gemäss bestehender Kirchenlehre die Kommunion nicht empfangen. Dennoch soll der Einzelne vom Priester gesegnet werden dürfen. Diesen Vorschlag machte das Bistum Chur Anfang Januar 2014 in seiner Rückmeldung zu einer Papstumfrage.

Betroffene sollen gemäss Vorschlag des Bistums Chur beim Kommuniongang ebenfalls vor den Priester treten. Sie sollen dabei aber die Arme verschränken und damit signalisieren, dass sie aus bestimmten Gründen keine Kommunion empfangen. Darauf würden sie vom Priester gesegnet.

Die Regelung würde etwa für Homosexuelle, Geschiedene, Konkubinatspaare oder Pille und Kondom verwendende Katholiken und Katholikinnen gelten.

Die Kirche soll diese Praxis weltweit offiziell erklären, findet das Bistum Chur. Die Praxis habe sich in vielen Ländern und am Weltjugendtag bereits bewährt.

Zum Bistum Chur gehören die Zentralschweizer Kantone Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden.

sda/rem