KLEIDER: Charles Vögele mit massivem Gewinneinbruch

Der Bekleidungshändler Charles Vögele hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch um drei Viertel hinnehmen müssen. Das Unternehmen wies am Dienstag einen Reingewinn von 15,4 Millionen Franken aus.

Drucken
Teilen
Blick in eine Vögele-Filiale. (Bild pd)

Blick in eine Vögele-Filiale. (Bild pd)

Alle Vertriebsorganisationen sind im vergangenen Jahr in ihrer Leistungserbringung negativ beeinflusst worden, wie die seit dem vergangenen 16. Februar unter der Leitung von Andre Maeder stehende Charles Vögele Gruppe am Dienstag bekannt gab. So hätten sich sowohl die witterungsbedingten geringen Abverkäufe in den wichtigsten Monaten und als auch schlechtere Konsumentenstimmung ab dem zweiten Semester auf die Ertragsentwicklung niedergeschlagen. Der Reingewinn sank von 61 Millionen auf 15,4 Millionen Franken. Er war durch eine hohe Steuerquote von 58 Prozent in Folge Wertberichtigungen aktiver steuerlicher Verlustvorträge in Deutschland und die Unverrechenbarkeit von Gewinnen und Verlusten zwischen den Vertriebsorganisationen belastet.

Betriebsergebnis beinahe halbiert
Der Nettoumsatz der Gruppe ging nominal im Berichtsjahr um 1,8 Prozent auf 1,369 Milliarden Franken zurück. Während die Umsätze in den wichtigsten Märkten Schweiz, Deutschland und Österreich um ein bis vier Prozent abnahmen, wuchs der kumulierte Nettoumsatz der Vertriebsorganisation Osteuropa um 71 Prozent auf 41 Millionen Euro an. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen sank von 156,2 Millionen auf 116,1 Millionen Franken. Nach Abzug der Abschreibungen resultierte ein Betriebsergebnis von 50,9 Millionen Franken im Vergleich zu 94,8 Millionen Franken im Vorjahr.

Die Aktionäre sollen eine von zwei Franken auf 50 Rappen reduzierte Nennwertereduktion erhalten. Entgegen dem Vorschlag der Aktionärsgruppe bestehend aus den britischen Hedge-Funds Laxey und Cheyne sowie dem Tettamanti-Anlagevehikel Sterling beantragt der Verwaltungsrat die Wiederwahl sämtlicher Mitglieder. Die Aktionärsgruppe behalte sich zudem vor, weitere eigene Kandidaten zur Zuwahl vorzuschlagen.

Fünf-Punkte-Plan entwickelt
«Wir haben trotz der widrigen Rahmenbedingungen im Berichtsjahr das Unternehmen weiter entwickelt und auf die Erfordernisse des sich verschärfenden Wettbewerbs ausgerichtet», wird Verwaltungsratspräsident Bernd Bothe zitiert. Damit könnten die Produktivität im laufenden Geschäftsjahr auf der bestehenden Fläche gesteigert, die Expansion selektiv fortgesetzt sowie die zukunftsgerichteten Projekte zur Schärfung der Positionierung und zur Sicherung einer nachhaltigen Ertragskraft konsequent umgesetzt werden. Die Gruppe hat angesichts der Finanzkrise die Warenbeschaffung, die Kosten und die Investitionen einer rigorosen Prüfung unterzogen. Zudem wurde ein Fünf-Punkte-Plan entwickelt, um sich der Widrigkeit der Marktbedingungen bestmöglich zu widersetzen.

Während der Umsatz den Erwartungen der Finanzanalysten entsprach, blieb der Reingewinn in Folge eines Steuersatzes hinter den Schätzungen zurück. Die Anleger reagierten verhalten positiv auf das Ergebnis. Die Aktie kletterte im Laufe des Vormittags bei positiver Börsenstimmung bis zu 1,9 Prozent ins Plus und lag kurz nach Mittag mit 29,50 Franken noch 0,9 Prozent über dem Wert des Vortages.

ap