KLOSTER EINSIEDELN: Eine Pferdezucht oder nur ein Reitstall?

Ende Jahr ist im Kloster Einsiedeln der Marstall baulich saniert. Unklar ist aber, wie es mit der Pferdezucht weitergeht.

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Zwei Pferde aus der Zucht des Klosters Einsiedeln. (Bild pd)

Zwei Pferde aus der Zucht des Klosters Einsiedeln. (Bild pd)

Im Kloster Kloster Einsiedeln wird derzeit der Marstall umfassend saniert. Die Bauarbeiten sollen gegen Ende dieses Jahres beendet sein und dann gegen 5 Millionen Franken gekostet haben. Das Kloster will den Marstall «als selbsttragenden, wirtschaftlichen Betrieb führen», wie Klosterdekan Basil Höfliger an einer Pressekonferenz sagte. Zweck der Sanierungsarbeiten sei, den Betrieb künftig auf die Sparten Pferdezucht, Pferdepension und Reitunterricht auszurichten.

Zukunft der Pferdezucht nur durch rasches Handeln
Welche Rolle dabei der Zuchtbetrieb künftig spielen wird, ist noch offen. «Das Thema der Einsiedler Zucht wird erst nach Abschluss der Sanierung neu angegangen», so Pater Basil. Genau dazu hat sich jetzt der Tierarzt und Wissenschaftspublizist Heini Hofmann aus Jona kritisch geäussert.

Im tausend Jahre alten Einsiedler Zuchtbetrieb sei «der Glanz verflacht», schreibt Hofmann, der als einer der besten Kenner der bäuerlichen Tierarten gilt. Wenn man der klösterlichen Pferdezucht eine langfristige Zukunft sicherstellen wolle, so wäre rasches Handeln angesagt, schreibt Hofmann. Er befürchtet, dass der Marstall «zu einem kommunen Reitstallbetrieb mit einem Hauch von Gestüt» verkomme.

Ein neuer Zuchtimpuls ist gefragt
Es bedürfe auch eines neuen Zuchtimpulses. Hofmann schlägt die Selektion auf Rappen, also schwarze Pferde, vor. «Das würde gut zu den schwarzen Sutanen der Mönche und zum Kloster mit der schwarzen Madonna passen.»

Zur Einsiedler Rasse bestehen die zwei Stutenlinien «Quarta» und «Klima». Zur Erhaltung dieser Zuchtlinien ist eine Interessengemeinschaft mit bäuerlichen Pferdezüchtern geplant. Dass diese wichtige Massnahme aber erst in der Planung stehe, während die baulichen Veränderungen bereits zementiert sind, ist für Hofmann ebenfalls Abbild fehlender Zielsetzung. «Einst waren die Pferde der Stiftsstatthalterei Einsiedeln Paradebeispiele professioneller einheimischer Tierzucht. Heute kämpfen sie ums Überleben», so Hofmann.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.