Kloster Einsiedeln erhält Waldpreis 2011

Der Schweizer Waldpreis geht zum dritten Mal in die Zentralschweiz - nach Einsiedeln. Seit über tausend Jahren pflegen Mönche den Klosterwald.

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Das Kloster Einsiedeln mit dem Sägewerk im Vordergrund. (Bild: PD)

Das Kloster Einsiedeln mit dem Sägewerk im Vordergrund. (Bild: PD)

Der Waldpreis ist der höchstdotierte Umweltpreis der Schweiz. Das Kloster wird mit 200'000 Franken für seine vorbildliche und über tausendjährige Pflege des Waldes ausgezeichnet, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Das Kloster besitzt 933 Hektaren Wald in den Bezirken Einsiedeln und Höfe und ist damit der grösse Privatwaldbesitzer der Schweiz.

Schutz vor Export und Rodung

«Der Wald ist für uns ein wertvoller Lieferant von Nutz- und Brennholz. Wir dürfen diesen Lebensraum nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen opfern», erklärt Pater Lorenz Moser, Statthalter des Klosters Einsiedeln. So trafen die Ordensbrüder in der über tausendjährigen Geschichte des Klosters immer wieder Massnahmen zum Schutz des Waldes: Als im 17. Jahrhundert immer mehr Holz nach Zürich exportiert und Wälder vernichtet wurden, kaufte das Kloster ganze Waldungen. Im 19. Jahrhundert erliess es strenge Nutzungsregeln gegen die Ausbeutung der Wälder.

Sägerei der Stiftsstatthalterei Einsiedeln mit Kloster im Hintergrund (Bild: PD)
8 Bilder
Kreisförster Stefan Lienert zeigt das Kirchendachstuhl, gebaut im 18. Jahrhundert aus eigenem Fichtenholz. (Bild: PD)
Mitarbeiter des Forstbetriebs unter der Leitung von Klosterförster Daniel Meyer (links im Bild) (Bild: PD)
In der Klosterschreinerei verarbeiten Mitarbeiter Holz zu Türen und Fensterrahmen für den Eigenbedarf. (Bild: PD)
Figurenschnitzerei im Kloster Einsiedeln mit Holz aus den klösterlichen Waldungen (Bild: PD)
Klosteransicht mit Holzhof der Stiftsstatthalterei Einsiedeln (Bild: PD)
Zuschnitt von Nutzholz in der klostereigenen Sägerei (Bild: PD)
Holzschnitzel, welche in der eigenen Heizung verbrannt werden und dadurch CO2-neutral Wärme für das gesamte Kloster liefern (Bild: PD)

Sägerei der Stiftsstatthalterei Einsiedeln mit Kloster im Hintergrund (Bild: PD)

Regionale Kreislaufwirtschaft

Jährlich wachsen im Klosterwald rund 6000 Kubikmeter Holz nach. Klosterförster Daniel Meyer und seine Mitarbeiter – vier Forstwarte, zwei Waldarbeiter und drei Forstwart-Lehrlinge – ernten dieses und transportieren es auf den klostereigenen Holzhof. In der betriebseigenen Sägerei werden rund zwei Drittel des Holzes für regionale Abnehmer und den Eigenbedarf eingeschnitten, beispielsweise für Balken der Kuppel der Klosterkirche. Das minderwertige Holz – rund ein Drittel des Waldholzes – und Sägereiabfälle werden für die Holzschnitzelheizung des Klosters gehäckselt. Die Heizung wärmt seit 1991 die Gebäude auf dem Klosterareal und galt damals als Pionierleistung. Dank nachhaltiger und regionaler Lösung lassen sich Gewinne erwirtschaften.

Der Waldpreis 2011 wird am 12. Mai im Casino Bern offiziell verliehen. Bereits 1988 ging der Waldpreis in die Zentralschweiz: Die Bürgergemeinde Giswil wurde für die beispielhafte Bewirtschaftung der Wälder und Alpgebiete ausgezeichnet. Und 1990 erhielt Romoos den Preis für die eigene Nutzung der Gemeinde- und Privatwälder.

rem

Binding Waldpreis

Der Binding Waldpreis ist das traditionsreichste Engagement der Sophie und Karl Binding Stiftung. Seit 25 Jahren zeichnet die Stiftung damit Waldbesitzende und Forstbetriebe aus, die beispielhafte Leistungen erbringen und ihren Wald vorbildlich und nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit nutzen und pflegen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt auf Vorschlag des Kuratoriums, einem unabhängigen Rat von Forstfachleuten.