KLOSTER INGENBOHL: Ingenbohl-Generaloberin sah Kriegsgräuel

Zwölf Jahre lang führte sie 3850 Schwestern in aller Welt: Die Generaloberin des Klosters Ingenbohl, Sr. Louise-Henri Kolly. Nun geht ihre letzte Amtszeit zu Ende.

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Wird verabschiedet: Schwester Louise-Henri Kolly. (Bild Neue SZ)

Wird verabschiedet: Schwester Louise-Henri Kolly. (Bild Neue SZ)

Schwester Louise-Henri Kolly, Generaloberin des Klosters Ingenbohl, sitzt an ihrem Schreibtisch und erledigt die täglichen Büroarbeiten. Sie wirft einen Blick auf die ankommenden E-Mails, über dem Computer an der Wand hängt ein Kruzifix.

Mit der Wahl einer neuen Generaloberin am vergangenen 31. Juli neigt sich die zweite und damit letzte der beiden sechsjährigen Amtszeiten von Sr. Louise-Henry dem Ende zu. Zwar wird die Welsche noch bis im Februar 2009 in ihrem Büro mit dem Blick über den Vierwaldstättersee tätig sein, und ihre Nachfolgerin, die Kroatin Marija Brizar, bei der Einarbeitung unterstützen. Doch das Abschiednehmen hat schon begonnen: «Während dem Generalkapitel habe ich mich von den Schwestern verabschiedet», sagt sie.

Auf Schotterpisten und in Flüssen
Einen grossen Teil ihrer zwölf Jahre als Generaloberin hat Sr. Louise-Henri auf Reisen verbracht. Sie hat die verschiedenen Provinzen des Ingenbohler Ordens der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz besucht. «Indien, Russland, Uganda, Taiwan, Peru», zählt Sr. Louise-Henri auf. Denn eine der Hauptaufgaben der Generaloberin sei es, die Spiritualität, also das «Charisma» der Kongregation in der weltweiten Gemeinschaft zu fördern.

Ein Vergnügen seien diese Reisen nicht immer gewesen: «Manchmal war ich tagelang im Auto unterwegs. Wo kein Weg war, fuhren wir auf Schotterpisten oder durch Flüsse hindurch», erzählt die heute 67-Jährige. Immerhin hätten inzwischen fast alle Provinzen einen Telefonanschluss.

Auch das, was Sr. Louise-Henri in den Provinzen erlebte, war nicht immer einfach zu ertragen: «Ich war zehn Tage im Kosovo, als der Krieg ausbrach und jede Nacht die Häuser gebrannt haben», erzählt sie. Die Schwestern vor Ort hätten damals darauf bestanden, bei ihrem Volk zu bleiben. «Anders als Nicht-Regierungs-Organisationen ziehen wir unsere Schwestern in prekären Situationen nicht aus der Region ab», erklärt Sr. Louise-Henri. Die Schwestern müssten jeweils selbst entscheiden, was sie sich zumuten können.

Corinne Schweizer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.