«Koch des Jahres» kommt aus Steinen

Der Titel «Koch des Jahres» geht zum ersten Mal in die Zentralschweiz: Franz Wiget vom Restaurant Adelboden in Steinen erhielt am Montag die bekannte Auszeichnung für das Jahr 2012 des Gastroführers Gault Millau. Und der Aufsteiger des Jahres ist ein Luzerner.

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Markus Arnold in der Küch des Restaurants Meridiano im Kursaal Bern. (Bild: PD)

Markus Arnold in der Küch des Restaurants Meridiano im Kursaal Bern. (Bild: PD)

Der 50-Jährige Franz Wiget erzielte 18 Gault Millau Punkte. Der «Koch des Jahres» arbeitet weder in einem Schloss noch in einem luxuriösen Hotelpalast. Der 50-jährige Wiget kocht im «wohl besten Landgasthof der Schweiz», wie Gault Millau Schweiz mitteilte. Das «sehr sympathische, aber keineswegs luxuriöse Restaurant» liege recht abgelegen an der Hauptstrasse Schwyz-Sattel.

Franz Wiget in Aktion mit seinem Küchenteam. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
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Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Franz Wiget mit Gattin Ruth. (Bild: Eveline Bachmann/Neue LZ)
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Bild: Keystone
Buyan Dorj (3. Lehrjahr) und Chef Franz Wiget beim Anrichten in der Küche. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Auf dem Bild zu sehen eine edel anmutende Vorspeise - Blutwurst. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Margrit Bodenmann (Sous-Chef) und Chef Franz Wiget beim anrichten in der Küche. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Buyan Dorj (3. Lehrjahr) bei der Arbeit in der Küche. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Buyan Dorj (3. Lehrjahr) bei der Arbeit in der Küche. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
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Franz Wiget in Aktion mit seinem Küchenteam. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Was die Region zu bieten hat

Dort wird den Gästen aufgetischt, was die Region zu bieten hat: Fleisch aus dem Muotatal, Fische aus dem Zugersee oder Käse von den umliegenden Alpen. Franz Wiget ergänze seine Küche aber auch mit Fischen aus dem Meer, loben die Gastrokritiker von GaultMillau. «Seafood in bester Qualität beschafft und herausragend zubereitet, ergänzt die regionale Küche.»

Der Koch treibe seine kleine Küchenbrigade zu Höchstleistungen an, heisst es weiter. Die Gastroexperten würdigen auch Wigets Frau Ruth: Diese sorge «in den heimeligen Stuben» für eine erstklassige Atmosphäre.

Markus Arnold in der Küch des Restaurants Meridiano im Kursaal Bern. (Bild: PD)

Markus Arnold in der Küch des Restaurants Meridiano im Kursaal Bern. (Bild: PD)

Luzerner ist «Aufsteiger des Jahres»

Der 30-jährige Markus Arnold ist der Aufsteiger des Jahres in der Deutschschweiz. Der gebürtige Luzerner ist Küchenchef im Restaurant Meridiano im Kursaal Bern und erhält neu 17 Punkte. Seine Küche beschreibt Markus Arnold als «modern, kreativ und saisonal». Hervorragende – vielfach aus der Region Bern stammende – Produkte bereitet er so zu, dass sie ihren Geschmack voll entfalten. Und dies auf eine exklusive, überraschende Art in immer wieder verblüffenden Kombinationen, heisst es in einer Medienmitteilung. «Traditionelles, Modernes und Internationales zu verbinden und mit meiner Handschrift zu versehen, ist meine grosse Leidenschaft», so der in Langnau bei Reiden aufgewachsene Arnold. Mit wie viel Fantasie und Sorgfalt er kocht, zeigt der Blick in die offene Meridiano-Küche: Hier können die Gäste zusehen, wie der junge Spitzengastronom seine kulinarischen Köstlichkeiten kreiert.

Konstante Topliga

Die Topliga der Schweizer Köche bleibt im Vergleich zum Vorjahr konstant, wie GaultMillau weiter schreibt. Erneut erhielten sechs Küchenchefs 19 Punkte - die gleichen wie im Vorjahr. Die Höchstnote von 20 Punkten wurde übrigens wieder nicht vergeben.

Zum exklusiven 19-Punkte-Club gehören Philippe Rochat (Crissier VD), Philippe Chevrier (Satigny GE), Didier de Courten (Siders VS), Bernard und Guy Ravet (Vufflens-le-Château VD), André Jaeger (Schaffhausen) und Andreas Caminada (Fürstenau GR). Philippe Rochat wird im April 2012 allerdings die Kochlöffel an seinen Nachfolger Benoît Violier übergeben.

Im vergangenen Jahr strichen die Restaurant-Tester zwei Lokale aus dem 19-Punkte-Club, weil deren Küchenchefs in den Ruhestand getreten waren. Die beiden freien Plätze bleiben auch dieses Jahr leer: Man führe eine «Watchlist» und lasse sich Zeit mit der Wahl, schreibt GaultMillau.

«Köchin des Jahres» aus dem Kanton Waadt

In diesem Jahr krönten die Gastrokritiker auch wieder einmal eine «Köchin des Jahres». Der unregelmässig vergebene Titel geht an die Französin Maryline Nozahic (Cheseaux-Noréaz VD). Die 37-Jährige erhielt 16 Punkte. Sie koche «kühn und gekonnt, grosszügig, aber ohne modische Effekte», schreibt GaultMillau.

Die «Aufsteiger des Jahres» aus Sicht von GaultMillau sind die Brüder Horst und Daniel Homann (Samnaun-Ravaisch GR) mit 18 Punkten, Markus Arnold (Bern) mit 17 Punkten und Damien Germanier (Vétroz VS) mit 16 Punkten.

Insgesamt testete GaultMillau 837 Restaurants – die allermeisten anonym.

rem/sda