KOmmentar «Chefsache»

Die Luzerner Veloförderung steckt im Dilemma

Gratis oder kostenpflichtig? Diese Grundsatzfrage soll laut CVP und GLP geklärt werden, bevor das unterirdische Veloparking mit 1500 Plätzen beim Bahnhof in der Stadt Luzern spruchreif wird. Die Frage der Verhältnismässigkeit der hohen Investitionskosten von 17 Millionen Franken für ein solches Parking wird damit aber noch nicht beantwortet.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor «Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben.

Jérôme Martinu, Chefredaktor «Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben.

Bild LZ

In der grössten Zentralschweizer Kommune startet das neue Jahr politisch mit dem Verkehr – thematisch keine Überraschung. Die im Parlament und im Stadtrat knappe Linksmehrheit in der Stadt Luzern will bekanntlich mehr Raum für Velos schaffen.

Ein Kernstück dieses verkehrspolitischen Kurses ist das 17 Millionen Franken teure unterirdische Veloparking in an der Reuss. Das Projekt soll dieses Jahr öffentlich aufgelegt werden. Zuvor soll nun eine Grundsatzfrage geklärt werden: Kostenpflichtige Abstellplätze ja oder nein? CVP und GLP fordern per Postulat, dass wegen der hohen Investitionskosten ein Bewirtschaftungsmodell erarbeitet wird. Die Forderung – sie erfolgt bereits zum zweiten Mal – ist grundsätzlich richtig, da auch die Betriebskosten dereinst von der öffentlichen Hand bestritten werden müssen. Und das Argument der Vorstösser ist wohl auch nicht falsch, wonach eine Gebührenpflicht die Chancen des Projekts an der Urne erhöhen kann.

Bloss steckt diese Art von Veloförderung in einem fast unüberwindbaren Dilemma: Denn Velofahrer – das ist wertfrei gemeint – suchen sich aufgrund der «Natur» ihres Gefährts den allernächsten Abstellplatz beim Zielort. Und so lange Velos unkompliziert überall und kostenfrei abgestellt werden können, werden es zentralisierte, in diesem Fall unterirdische Parkingmodelle per se schwer haben. Diese Tatsache muss bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit für den Bau einer solchen Velostation massgeblich sein.