KOmmentar
Es tut nicht weh – auf ins Coronaimpfzentrum

Zuerst waren gezielt die gefährdeten alten Menschen in den Heimen dran, jetzt rollen die Covid-19-Impfungen auch für die breite Bevölkerung an, abgestuft nach Alter und weiteren Risikokategorien. Bei aller verständlichen Skepsis den Impfstoffen gegenüber: Die grosse Mehrheit der Bevölkerung soll die Spritze ansetzen – auch aus Solidarität.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Jérôme Martinu, Chefredaktor «Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben.

Jérôme Martinu, Chefredaktor «Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben.

Bild LZ

Nein, Bill Gates hat das Coronavirus nicht ausgesetzt und er ist auch nicht der Vertreiber der Impfstoffe. Nein, mit dem Pieks wird kein Mikrochip zwecks Überwachung injiziert. Nein, die Covid-19-Impfstoffe verändern das Erbgut nicht. Nein, man wird nicht unfruchtbar durch das Vakzin. Und nein, es gibt keinen Impfzwang.

Nachdem es im Kanton Zug letzte Woche losging, ist seit gestern auch im grössten Zentralschweizer Kanton das Impfzentrum in Betrieb. 1000 Impfungen pro Tag sind in Luzern jetzt möglich, ab Februar mit dem zweiten Standort in Willisau kommen weitere 1000 hinzu. Das ist die gute Nachricht: Für Impfwillige gibt es genügend Kapazität. Dennoch ist diese gewaltige Übung nicht einfach. Ob stets genug Nachschub vorhanden sein wird, ist noch unklar; wegen der unterschiedlichen Beschaffenheit ist bisher nur der Moderna-Impfstoff für Zentren geeignet; und die Skepsis gegenüber dem im Eilzugstempo entwickelten Vakzin ist gerade in der impfkritischen Zentralschweiz hoch. Das muss man ernst nehmen. Es braucht viel Aufklärungsarbeit. Und auch Vertrauen in die Wissenschaft.

Die Impfung allein wird die Pandemie nicht stark genug eindämmen. Gezielte Schutzmassnahmen sind weiterhin unabdingbar. Aber die Spritze wird­– wenn genug mitmachen! – entscheidend dazu beitragen, dass die Einschränkungen in unserem Alltags­leben nicht mehr ewig dauern. Und das wünschen wir uns alle! Die Impfung ist auch ein wichtiger Akt der gesellschaftlichen Solidarität. Also los geht’s. Es tut nicht weh.