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Der Speck muss weg: Luzerner strömen in Fitnesscentren

Zum Jahresbeginn strömen die Massen auch im Kanton Luzern wieder in die Fitnesscenter. Grosse Ketten wie auch Einzelstudios verzeichnen 10 bis 12 Prozent mehr Besucher im Januar.
Urs-Ueli Schorno
Die Leiterin des Sport Rock Fitness Ursi Felder beim «Bodycross»-Training mit Kursteilnehmern. (Bild: Pius Amrein (Willisau, 11. Januar 2019))

Die Leiterin des Sport Rock Fitness Ursi Felder beim «Bodycross»-Training mit Kursteilnehmern. (Bild: Pius Amrein (Willisau, 11. Januar 2019))

Hüben wie drüben hat über die Festtage der Hüftspeck traditionell etwas zugenommen. Manch einer dürfte sich deshalb für das neue Jahr vorgenommen haben, den Bewegungsapparat wieder anzukurbeln und die Kilos möglichst rasch purzeln zu lassen. Es ist kein Geheimnis: Der Januar ist für die Fitnessstudios der lukrativste Monat im Jahr. Neben Aboverlängerungen von Stammkunden spielt eben auch der gute Vorsatz den Betreibern in die Hände.

Als grösster Anbieter im Kanton weiss man bei der Migros, wie die Luzernerinnen und Luzerner in dieser Frage ticken. Claudius Bachmann, Mediensprecher der Genossenschaft Migros Luzern:

«Im Vergleich mit anderen Wintermonaten haben die Fitnessparks National und Allmend im Januar durchschnittlich 10 Prozent mehr Besucher.»

Genaue Zahlen kommuniziert man bei der Migros nicht. Nur: «Die Zahl ist über die letzten Jahre hinweg relativ konstant.»

Individuelle Beratung macht den Unterschied

Die Migros betreibt neben den beiden Parks in der Stadt Luzern auch acht Filialen des One Training Center, verstreut über den ganzen Kanton Luzern.

Eine dieser Filialen ist vor Kurzem auch in Willisau eröffnet worden. Dort ist seit sechs Jahren auch das Sport Rock Fitness des ehemaligen Spitzenschwingers Daniel Hüsler angesiedelt. Er nimmt die Konkurrenz sportlich: «Sie belebt das Geschäft», sagt er. Auch Hüsler registriert 10 bis 12 Prozent mehr Besuche in seinem Center im Januar. «Klar spüren wir das ein zusätzlicher Anbieter präsent ist», gibt er unumwunden zu. Er sieht aber auch einen Vorteil darin, Einzelanbieter zu sein. «Wenn wir mit den grossen Ketten mithalten wollen, müssen wir uns vor allem mit einer sehr guten Betreuung unterscheiden.» Er ist überzeugt: «Als Einzelstudio haben wir da gute Karten.»

Die Fitnessexperten sind sich nämlich einig: Damit es nicht beim Vorsatz bleibt, und es sich die Kunden nach ein paar Trainingseinheiten wieder Chips futternd auf dem Sofa gemütlich machen, da braucht es möglichst professionelle und individuelle Beratung. Ob der Rücken gestärkt, ein Marathon vorbereitet, der Bizeps grösser werden soll, oder einfach der Speck an neuralgischen Stellen weg muss, macht natürlich einen Unterschied. «Als erstes führen wir mit Neukunden deshalb ein Gespräch über ihre Motivation, die Ziele, aber auch gesunde Ernährung.» Wichtig sei, die Balance zwischen Ernährung und Bewegung zu finden, um einen nachhaltige Veränderung zu erreichen. Claudius Bachmann von der Migros ergänzt: «Die Ausdauer neuer Besucher ist sehr unterschiedlich und auch abhängig vom Trainingsziel der Kunden». Wichtig, um dranzubleiben, seien baldige Erfolge: «Sobald ein erster Erfolg spürbar ist, steigt auch die Motivation», weiss er.

Die Muckibude war gestern

Auch auf der Angebotsseite gelte es für die Betreiber, am Puls zu bleiben. Gruppenkurse sind laut Bachmann immer sehr beliebt, «beispielsweise Aqua-Fitness, Bauch-Beine-Po, Yoga, Pilates oder Bodypump». Auch sehr gut besucht sind halbstündige Formate, «ganz nach dem Motto: Kurz aber intensiv».

Im Sport Rock Willisau spürt man gerade den Trend zum «Functional Training» und «Crossfit». Beide Methoden setzen stärker auf die ganzheitliche Athletik und weniger darauf, reine Kraft zu trainieren. «Gerade Crossfit erlebt einen enormen Boom», sagt Daniel Hüsler, der das Training aus markenrechtlichen Gründen unter dem Namen «Bodycross» anbietet. Der Sport kann als Training oder Wettkampf stattfinden und verbindet unter anderem Gewichtheben, Sprinten, Eigengewichtsübungen sowie Turnen miteinander. Im Sport Rock sind eigens für dieses Training 350 Quadratmeter reserviert.

Nicht jedem Trend hinterherrennen

Hüsler ergänzt: «Zur Athletik gehören aber nicht nur Muskeln: Der Wohlfühlaspekt, die Balance von Körper und Geist werden immer wichtiger». Die Arbeit mit dem eigenen Körper, etwa beim Kampfsport oder Training in der Gruppe, erfreut sich weiter grosser Beliebtheit. Hüsler fasst zusammen:

«Es muss cool sein, verrückt und laut.»

Komplettiert wird das Angebot in Willisau mit Physiotherapie, Kosmetik, Hotel und Unterhaltung – das Sport Rock ist nicht nur Fitness, sondern zum Konzept gehören auch Café, Restaurant und Bowlingbahnen. «Der Kunde soll möglichst viel Zeit bei uns verbringen», sagt Hüsler zum Konzept, das sich inzwischen bewährt hat.

Auf jeden aufkommenden Trend will Hüsler aber nicht aufspringen. «Als Fitnessbetreiber müssen wir auch herausspüren, was anhält und was schnell wieder vorübergeht.» Dieser Punkt sei nicht zuletzt auch ein ökonomischer. «Es lohnt sich nicht, ein ganzes Kursprogramm umzugestalten, nur weil Zumba morgen Latino Dance heisst, aber eigentlich dasselbe ist.»

Gesundheit: Bis zu 350 Franken für das Abo

Rund 900'000 Schweizer besuchen laut Branchenreport mehr oder weniger regelmässig ein Fitnesscenter. Den Bewegungswillen zum Jahresbeginn bemerken auch die Krankenversicherer. «Ja, diesen Effekt können wir beobachten», sagt Christina Wettstein, Leiterin Medienstelle bei den CSS Versicherungen. «In der Schweiz reichen rund 55 Prozent der Versicherten, die Gesundheitsförderungsbeiträge beanspruchen, Rechnungen – etwa für Fitnessabos – zwischen Dezember und März ein. Ein Drittel davon fallen auf Januar und Februar.» Die Verhältnisse liessen sich auf den Kanton Luzern übertragen.

Für das Fitnessabo steht – je nach Versicherungsumfang – ein Beitrag von 150 bis 350 Franken zur Verfügung. Ein Jahresabo in einem betreuten Fitnesscenter kostet um die 1000 Franken im Sport Rock oder den One Training Zentren und rund 1500 Franken in Migros Fitnessparks, inklusive Eintritt ins Hallenbad.

Schrittzähler motivieren Versicherte

Wie Fitnesssabos effektiv im Jahresverlauf genutzt werden, lässt sich an den bezahlten Beiträge nicht eruieren. «Beim CSS-Schrittenschädigungsprogramm myStep ist dies hingegen möglich: Dessen Teilnehmer bewegen sich im Jahresverlauf auf relativ hohem Niveau und über einen längeren Zeitraum», so Wettstein. Grund dafür sei auch, dass die Entschädigung täglich neu erlaufen werden muss. (uus)

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