KRANKHEIT: Masern im Kanton Schwyz auf dem Vormarsch

Vier neue Masernfälle hat der Kanton Schwyz innerhalb weniger Tage registriert. Der kantonsärztliche Dienst empfiehlt, den Impfschutz zu überprüfen.

Pd/Rem
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Die Masern sind durch zwei Impfungen vermeidbar. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Masern sind durch zwei Impfungen vermeidbar. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

In den letzten zehn Tagen sind dem kantonsärztlichen Dienst vier unabhängige Fälle von Masern gemeldet worden. Diese Meldungen kamen aus verschiedenen Regionen im Kanton Schwyz, schreibt das Departement des Innern in einer Mitteilung. Eine junge Frau sei deswegen noch im Spital, aber auf dem Weg zur Besserung.

Der kantonsärztliche Dienst ruft die Eltern auf, ihre Kinder gemäss dem Schweizerischen Impfplan gegen Masern impfen zu lassen. Empfohlen werde die Masern-Impfung für alle Personen mit Jahrgang 1964 oder jünger, die nicht zweimal geimpft sind oder die Masern nicht sicher durchgemacht haben.

Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betreffen. Neben den typischen roten Hautflecken geht die Krankheit mit Fieber und einem erheblich geschwächten Allgemeinzustand einher. In manchen Fällen treten lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auf.

Die Impfung sei das einzige wirksame Mittel, um sich gegen diese Krankheit zu schützen, heisst es weiter. Die Masern sind durch zwei Impfungen vermeidbar. Eine Ausrottung der Masern ist möglich, wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung dagegen geimpft sind. Von diesem Ziel ist der Kanton Schwyz mit einer Durchimpfungsrate von knapp 80 Prozent weit entfernt. Nach Kontakt mit einer erkrankten Person sollten Personen, die gegen Masern nicht immun sind, den Kontakt mit Ungeimpften vermeiden und während 21 Tagen zuhause bleiben, um die Übertragung auf andere Personen zu verhindern. Innert 72 Stunden nach einem Kontakt ist eine Impfung möglich. Beim Auftreten von Symptomen sollten sie einen Arzt aufsuchen.

HINWEIS:
Impf-Informationen des Bundesamtes für Gesundheit »

Luzern: Schulimpfung kehrt zurück

Ab dem neuen Schuljahr werden im Kanton Luzern die Kinder wieder in der Schule geimpft. Seit der Abschaffung der Schulimpfung 1996 waren für den Kampf gegen Masern und Co. die Hausärzte zuständig. Die Luzerner Regierung will damit auch die Impfquote erhöhen. Aktuell sind im Kanton Luzern rund 82 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit den notwendigen zwei Impfdosen gegen die Masern geimpft. Das Ziel der nationalen und kantonalen Behörden sind 95 Prozent.

Insgesamt kennen in der Schweiz 17 Kantone das Angebot der freiwilligen Impfung durch den schulärztlichen Dienst – unter anderem Schwyz, Nidwalden und Uri. (Weitere Informationen»)