KRIMINALITÄT: Auch Kantonsgericht verurteilt Ex-Vereinskassier zu Gefängnisstrafe

Gleich wie die Vorinstanz hat das Schwyzer Kantonsgericht den Buchhalter, der als Vereinskassier rund 1,4 Millionen Franken in die eigene Tasche abgezweigt hatte, zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Es entschied aber, dass der Mann 12 statt 18 Monate ins Gefängnis muss.

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In Zug können Kanton und Gemeinden mit mehreren Millionen Franken Mehreinnahmen rechnen. (Bild: Archiv Keystone)

In Zug können Kanton und Gemeinden mit mehreren Millionen Franken Mehreinnahmen rechnen. (Bild: Archiv Keystone)

Das Kantonsgericht verurteilte den Angeklagten zudem zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 70 Franken, wie Reto Heizmann, Vizepräsident des Schwyzer Kantonsgerichts, auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Vorinstanz sprach keine Geldstrafe aus.

Im Gegensatz zum Strafgericht, welches den 55-Jährigen vom Vorwurf der Geldwäscherei freigesprochen hatte, verurteilte das Kantonsgericht den Mann zusätzlich wegen qualifizierter Geldwäscherei und mehrfacher, aber nicht qualifizierter Veruntreuung. Die mehrfache Urkundenfälschung wurde nicht angefochten und ist darum rechtskräftig.

Weiter muss der Mann nicht wie erstinstanzlich beschlossen für 80 Prozent der Verfahrenskosten von rund 35'000 Franken aufkommen sondern für 90 Prozent, wie Heizmann sagte. Das Urteil liegt erst im Dispositiv vor und ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mann griff zwischen 2005 und 2012 insgesamt 58 Mal in die Vereinskassen der TCS-Sektion Schwyz, der Behindertenorganisation Insieme Innerschwyz sowie des Gewerbevereins Arth-Oberarth-Goldau. Insgesamt erleichterte er die Vereine um rund 1,4 Millionen Franken.

Mit dem Geld wollte der Mann laut eigenen Angaben Verluste bei privaten Spekulationsgeschäften wettmachen. Um die Bezüge aus den Vereinskassen zu verschleiern, fälschte er Kontoauszüge. Schliesslich zeigte sich der Kassier selber an. Vor Kantonsgericht forderte er eine bedingte Freiheitsstrafe. (sda)