KRIMINALSTATISTIK: Abnahme von Jugenddelikten und Einbrüchen

Die neue Zählweise der Kriminalstatistik des Kantons Schwyz bringt eine markante Zunahme der Anzahl erfasster Straftaten. Was aber abgenommen hat, sind Delikte Jugendlicher sowie die Zahl der Einbrüche.

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Die Täter wurden festgenommen(Symbolbild/Neue LZ)

Die Täter wurden festgenommen(Symbolbild/Neue LZ)

Die Daten der Kantonspolizei Schwyz werden in diesem Jahr erstmalig aufgrund einer gesamtschweizerischen polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) einheitlich durch das Bundesamt für Statistik bewirtschaftet. Definitionen, Erfassungs- und Auswertemodalitäten wurden über die Kantone vereinheitlicht. Damit sind die Daten schweizweit vergleichbar. Neu wird vor allem auch der Organisationsgrad, das Tatmotiv, der Schädigungsgrund und die Opfer-Täter-Beziehung beachtet. Ausserdem gibt es eine neue Zählweise, wonach nicht mehr die Anzahl Fälle, sondern die Straftaten gezählt werden.

Dies führt bei einzelnen Straftaten zu einem sprunghaften Anstieg. Daher können die Zahlen aus den Vorjahren nur bedingt mit den Zahlen der Kriminalstatistik 2008 verglichen werden, wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilt. Um Tendenzen bei allen Straftatbeständen objektiv erkennen zu können, müssten die nachfolgenden zwei bis drei Jahre abgewartet werden.

Trend wird bestätigt
Die Jahresstatistik 2008 zeigt einen markanten Anstieg der erfassten Delikte gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist zum Teil auf die neue Zählweise zurückzuführen, bestätige aber dennoch den steigenden Trend der letzten Jahre, wie es weiter heisst. Im Jahr 2008 wurden im Kanton Schwyz insgesamt 6811 Delikte gemäss Strafgesetzbuch, Betäubungsmittelgesetz, Ausländergesetzgebung und Bundesnebengesetze erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1989 Straftaten (+41,2%) entspricht. Die Zunahme lässt sich grundsätzlich linear in allen Bereichen der Kriminalität feststellen. Die meisten Delikte können heuer wieder den Bereichen Vermögen (54%) und Delikte gegen die Freiheit (13%) zugeordnet werden.

Die Gesamtzahl der ermittelten Straftäter stieg stark um 604 von 787 auf 1391 (+76,7%). 199 Personen waren jünger als 18 Jahre. Dies entspricht einer Jugendquote von 14,3%, welche damit um 15,9% gesunken ist. 627 der ermittelten Straftäter waren ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 45,1%. Im Vorjahr lag die Ausländerquote noch bei 59,3%.

Von 6 auf 9 Tötungsdelikte
Abgenommen haben die Diebstahlszahlen, die um 107 auf 1489 gesunken sind (-6,7%). Auch die Zahl der Ein- und Aufbrüche ist um 222 auf 562 Delikte (-28,3%) zurückgegangen. Bei den Delikten gegen Leib und Leben wurden die Vorjahreszahlen übertroffen. So war bei den Tötungsdelikten eine markante Zunahme zu verzeichnen, nämlich um deren sechs auf neun Delikte (+200%). Im Bereich der häuslichen Gewalt ist die Kantonspolizei Schwyz 156 mal ausgerückt. Insgesamt erstellte die Kantonspolizei 93 Anzeigen an eine Strafuntersuchungsbehörde wegen 185 Straftaten (z.B. wegen Tätlichkeiten, Drohungen oder einfacher Körperverletzung). Dies waren 52 Delikte mehr (+39%), als im Vorjahr. Im 2008 war mit 521 Anzeigen eine Zunahme von 45,5% wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu verzeichnen.

scd