KÜSSNACHT: Die Tage der Asylunterkunft Luterbach sind bald gezählt

Die Containersiedlung für Asylsuchende im Gebiet Luterbach ist veraltet. Ein neues Wohnhaus soll sie ersetzen. Wie viel dieses kosten wird, muss der Bezirk nun abklären.
Die Asylunterkunft soll frühestens 2019 ersetzt werden. (Bild: Dominik Wunderli (Küssnacht, 18. Januar 2018))

Die Asylunterkunft soll frühestens 2019 ersetzt werden. (Bild: Dominik Wunderli (Küssnacht, 18. Januar 2018))

Die Containersiedlung erinnert mehr an eine Baustelle als an ein Zuhause. Doch seit 2003 leben hier im Gebiet Luterbach, beim Sportplatz in Küssnacht, Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge. Eine dauerhafte Lösung sieht anders aus, dessen ist sich auch der Bezirksrat seit jeher bewusst. Doch günstiger Wohnraum ist knapp. Deshalb will man nun selber eine Ersatzunterkunft bauen und so die Containersiedlung ersetzen.

Diese soll mit rund 65 Plätzen etwas mehr Kapazitäten aufweisen als die jetzige Asylunterkunft. Mit Grund: «Es ist sehr schwierig, eine Prognose über die weitere Entwicklung der Flüchtlingsströme zu stellen», sagt Petra Gamma, Bezirksrätin, Ressort Soziales und Gesellschaft. «Entsprechend stützen wir uns auf die Erfahrungszahlen aus den vergangenen Jahren.» Derzeit leben im Bezirk Küssnacht 133 Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge. 45 davon sind in Luterbach untergebracht, der Rest lebt bereits heute in Wohnungen – zum Teil allerdings in befristeten Mietverhältnissen.

200000 Franken für Planung

So sehr wie über die künftigen ­Zuweisungen Ungewissheit herrscht, so sehr ist man sich über die Notwendigkeit des Ersatzbaus einig. Denn die Container sind veraltet, die Platzverhältnisse eng. «Mit dem Neubau erhalten die Betroffenen nicht nur eine eigene Wohnung, sondern können auch mehr Selbstverantwortung übernehmen», sagt Josef Heinzer, Bezirksrat Ressort Infrastruktur. Geplant sei, dass sowohl mehrere Einzelpersonen zusammen wie auch Familien in die Appartements einziehen können.

Die Planung solle demnächst aufgenommen werden. Dafür wurden an der letzten Bezirksgemeinde bereits 200000 Franken im Voranschlag 2018 gutgeheissen. «Wir müssen nun abklären, wo die Unterkunft gebaut werden kann, wie teuer es wird und wie viele Personen dereinst dort wohnen sollen», sagt Heinzer. Erst dann könne man auch verbindliche Aussagen über den weiteren Zeitplan machen. «Mit dem Bau können wir frühestens 2019 beginnen.» Zuvor müsse der Baukredit von der Bezirksgemeinde abgesegnet werden.

Weiter möchte der Bezirksrat das Projekt auf die «Vision 21» abstimmen. Diese sieht vor, die Sportanlage Luterbach zu erneuern. Auch das ist dringend nötig: Der Kunst- und der Naturrasen sind in einem schlechten Zustand, und die Garderoben genügen dem heutigen Andrang nicht mehr. Auch hierfür wurde bereits ein Projektierungskredit von 80000 Franken gutgeheissen. Heinzer: «Die Strategieplanung soll im Spätsommer oder Herbst abgeschlossen sein.»

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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