KÜSSNACHT: Im Schlittenried wird für die Natur gebaggert

Im Schlittenried in Küssnacht werden bestehende Entwässerungsgräben mit Torf verfüllt und gestaut. Dadurch kann das Naturschutzgebiet als wichtiger Feuchtlebensraum erhalten werden. Davon können auf solche Lebensräume spezialisierte und seltene Tiere und Pflanzen profitieren.

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Das Schlittenried in Küssnacht. (Bild X. Jutz)

Das Schlittenried in Küssnacht. (Bild X. Jutz)

Im Schlittenried sorgen einige Entwässerungsgräben dafür, dass der Hochmoorbereich mit seinen Kleingewässern gebietsweise zu trocken ist. Dadurch können sich die auf diesen Lebensraum spezialisierten Arten nicht entwickeln, heisst es in einer Medienmitteilung des Umweltdepartements des Kantons Schwyz vom Donnerstag.

Gerade durch die häufiger werdenden niederschlagsarmen und heissen Sommer führen immer weniger Kleingewässer das ganze Jahr Wasser. Damit das Zentrum des Moores der Austrocknung weniger ausgesetzt ist, werden zwei bestehende Entwässerungsgräben gestaut. Ein Graben wird mit Torf verfüllt und ein anderer Graben wird mit einer verschiebbaren Spundwand versehen, um den Abfluss zu verhindern.

Die Baggerarbeiten dauern bis Mitte März 2016. Zum Beginn der störungsempfindlichen Vogelbrutzeit und der Vegetationsperiode wird im Gebiet wieder Ruhe einkehren. So können sich Libellen und andere Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln.

Wichtiger Lebensraum für Libellen

Vom Projekt profitiert zum Beispiel die seltene Kleine Moosjungfer. Diese Libelle ist eine Charakterart für Hochmoore und kommt im gesamten Meggerwald nur im Schlittenried vor. Sie legt ihre Eier in den Sommermonaten an Torfmoosen in kleinen Moorgewässern ab. Wenige Wochen später schlüpfen die Larven und leben am Anfang vor allem zwischen den Moosen im Wasser. Da die Kleine Moosjungfer die meiste Zeit der Lebensdauer auf stehende Gewässer in Hochmooren angewiesen ist, stellt das Austrocknen des Moores eine grosse Bedrohung für diese Art dar.
 

Flachmoorobjekt von nationaler Bedeutung

Das Schlittenried liegt im kantonalen Naturschutzgebiet Fänn-Allmig. Es ist ein Flachmoorobjekt von nationaler Bedeutung und zeichnet sich insbesondere durch den Hochmoorbereich im Kern des Gebiets aus. Zusammen mit zahlreichen Flachmooren, Weihern und anderen Feuchtlebensräumen prägt es den Charakter des Gebiets Meggerwald im Grenzbereich der Kantone Schwyz und Luzern. In diesen ökologisch wertvollen Lebensräumen treten seltene Tiere und Pflanzen auf, welche sich auf die Bedingungen in und an Moorgewässern spezialisiert haben.