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KÜSSNACHT: «Mit diesem Risiko muss man leben»

Baustopp im Tunnel Burg: Wegen der Bauarbeiten für die Südumfahrung ist die Oberfläche eingesackt. So etwas soll sich nicht wiederholen – doch noch wissen die Verantwortlichen nicht, was sie unternehmen wollen.
Kilian Küttel
Das Gelände sackte wegen einer Sandschicht ab. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Küssnacht, 21. September 2017))

Das Gelände sackte wegen einer Sandschicht ab. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Küssnacht, 21. September 2017))

Interview: Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Steht das Megaprojekt Südumfahrung unter einem schlechten Stern? Mitte dieser Woche sackte das Gelände über dem Tunnel Burg ab (Ausgabe von gestern). Jetzt sind die Verantwortlichen mit dem Zeitplan drei Wochen in Rückstand. Kurt Waber, Oberbauleiter beim Schwyzer Tiefbauamt, erklärt, wie es zum Zwischenfall kommen konnte – und sagt, dass solche Einstürze im Tunnelbau keine Seltenheit sind.

Kurt Waber, was ist genau im Tunnel Burg passiert?

Wir waren damit beschäftigt, Material aus dem Berg zu baggern, um den Tunnel weiter voran­zutreiben. Dabei bemerkten die Mineure, dass von der Decke Sand in den Tunnel rieselte. Am Anfang nur ganz schwach, doch mit der Zeit wurde es immer mehr Sand. Oberhalb der Tunnelsicherung entstand ein Hohlraum, und dann gab das Material darüber nach. Es entleerte sich in den Tunnel, das Gelände darüber sackte ein.

Deshalb sieht man jetzt also das Loch im Boden.

Genau. Wenn man hinunterblickt, sieht man die normale Oberfläche – halt einfach mehrere Meter tief im Boden.

Wie häufig kommt so etwas vor?

Leider immer wieder. Erst Anfang September kam es zu einem ähnlichen Vorfall im Eppenberg-Tunnel im Kanton Solothurn. Dort ist im Prinzip das Gleiche passiert, wie in Küssnacht – mit dem Unterschied, dass der Tunnel unterhalb eines Feldes einstürzte und wir uns hier in bewohntem Gebiet befinden.

Keine Seltenheit? Man sollte beim Tunnelbau doch wissen, was einen erwartet.

Das kann man nie mit hundertprozentiger Sicherheit. Das Projekt basiert auf geotechnischen Erkundigungsbohrungen. Diese kann man mit Nadelstichen in einen Heuhaufen vergleichen: Mit jedem Stich weiss man zwar mehr, aber die ganze Wahrheit erschliesst sich einem erst, wenn die Arbeiten im Gang sind.

Wie meinen Sie das?

Wir haben keine drei Meter von der Einsturzstelle Erkundigungsbohrungen gemacht. Und trotzdem konnten wir die ganz kleine Sandschicht, die zum Einsturz geführt hat, nicht erkennen. Solche Sandlinsen sind sehr schwierig zu finden. Mit diesem Risiko muss man im Tunnelbau leben.

Aber für die Anwohner und die Gebäude besteht keine Gefahr?

Nein, wir haben die Einsturzstelle gesichert und das Loch mit Beton und Kies aufgefüllt. Gestern wurden wir damit fertig, jetzt müssen wir sicherstellen, dass es zu keinem weiteren Zwischenfall kommt.

Wie machen Sie das?

Es gibt verschiedene mögliche Massnahmen. Zusammen mit Ingenieuren, Geologen, der Bauleitung und den Bauunternehmern klären wir nun ab, welche Massnahmen umgesetzt werden.

Wie würde eine mögliche Massnahme aussehen?

Man könnte den Rohrschirm, bestehend aus Stahlrohren am First des Tunnels, enger bohren. So würde kein Sand mehr in den Hohlraum rieseln. Wie der Bauvorgang genau optimiert wird, müssen aber Spezialisten klären.

Wie geht es jetzt weiter?

Bis in etwa drei Wochen sollten wir wieder auf dem Stand sein, bei dem wir vor dem Tunnelein­sturz waren. Parallel dazu analysieren wird den Vorfall, um die geeigneten Massnahmen zur Sicherung auszuwählen und umzusetzen.

Können Sie sagen, wie hoch der finanzielle Schaden ist – und wer dafür aufkommt?

Wie viel der Einbruch kosten wird, wissen wir nicht. Dafür ist es zu früh. Klar ist aber, dass der Bauherr die Kosten tragen muss. In diesem Fall ist das der Kanton Schwyz.

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