KÜSSNACHT: Nicht alle finden die letzte Ruhe auf Friedhöfen

Alternative Bestattungsformen werden beliebter. Besonders die Idee der letzten Ruhe unter einem Baum findet Anklang. Doch die Kritiker sind nicht weit.

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Friedwald-Geschäftsleiter Ueli Sauter im Friedwald ob Schindellegi. (Bild Kurt Heuberger/Neue SZ)

Friedwald-Geschäftsleiter Ueli Sauter im Friedwald ob Schindellegi. (Bild Kurt Heuberger/Neue SZ)

Es gibt verschiedene Wege, nach dem Ableben seine letzte Ruhe zu finden. Erd- oder Feuerbestattungen sind die gängigen und entsprechend verbreitet. Die Vorstellung aber, nach dem Tod Grab an Grab auf einem kirchlichen Friedhof platziert zu sein, empfinden viele als abschreckend. So kommt es, dass Verstorbene ihre Asche lieber von Angehörigen an Orten in der Natur verstreuen lassen. Besonders die Beisetzung in einem Friedwald wird populärer. Die letzte Ruhestätte unter einer Buche, Eiche, Birke oder Tanne zu finden, entspricht je länger je mehr einem Bedürfnis. Innert zehn Jahren wurden in der Schweiz über 100 solche Wälder eröffnet. Auch im Kanton Schwyz.

Naturbestattungen stossen nicht überall auf Goodwill
Einen solchen Friedwald gibt es seit etwa fünf Jahren im Gebiet Weidhof in Küssnacht. Unter 50 Bäumen kann man sich beisetzen lassen. Zwei weitere Wälder findet man im äusseren Kantonsteil. Einer ist in Schindellegi im Geissboden, der andere liegt westlich vom Rütistudenwald in Reichenburg. Die Friedwälder werden vom privaten Anbieter Friedwald GmbH betreut. Friedwald-Geschäftsleiter, Ueli Sauter hat mit Naturbestattungen eine Marktlücke entdeckt. Bei der Suche nach neuen Standorten stösst er aber nicht überall auf Goodwill. Einige Gemeinden stehen der neuen Art zu ruhen kritisch gegenüber.

So steht beispielsweise Pfarrer Leo Ehrler aus Schindellegi dem Konzept des Friedwaldes grundsätzlich kritisch gegenüber. «Ich halte es zwar nicht gerade für ein Sakrileg, sich dort in ungeweihtem Boden beerdigen zu lassen», erklärt er. «Persönlich bin ich aber der Ansicht, dass es der falsche Weg ist. Für die letzte Ruhestätte ist der kirchliche Friedhof da.» Der Pfarrer hatte schon mehrfach mit Angehörigen zu tun, die die Asche eines Familienmitglieds irgendwo verstreut haben und sich erst anschliessend bewusst wurden, dass sie keinen eigentlichen Ort zum Trauern hatten.

«Die Bäume können bis zu 99 Jahre lang geschützt werden»
Friedwald-Erfinder Sauter versteht die Kritik nicht und sieht darin einen Affront des Pfarrers gegenüber den Gläubigen. «Die Kirche soll ihren Schafen beim letzten Geleit überall beistehen, nicht bloss auf dem eigenen Friedhof», ärgert er sich. Und dass die Angehörigen keinen Ort zum Trauern hätten, sei gerade in diesem Fall anders. «Die Bäume sind diskret mit einem Täfelchen markiert und können bis zu 99 Jahre lang geschützt werden.»

Michael Grimm

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.