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KÜSSNACHT: Schaurig schöne Stimmung am Klausjagen

Das Klausjagen hat auch dieses Jahr wieder Tausende Besucher angezogen. Mit den Massen tritt aber ein neues Problem in den Vordergrund.
Zwei Infuln-Träger zünden vor dem Klausjagen die Kerzen an und bringen ihre Kunstwerke zum Leuchten. (Bild Boris Bürgisser)

Zwei Infuln-Träger zünden vor dem Klausjagen die Kerzen an und bringen ihre Kunstwerke zum Leuchten. (Bild Boris Bürgisser)

Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
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Klausjagen Küssnacht

Bild: Edith Meyer / Bote der Urschweiz
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Klausjagen Küssnacht Kinder

Matthias Stadler

Frauen waren keine auszumachen am diesjährigen Klausjagen in Küssnacht, zumindest nicht unter den Umzugsteilnehmern. Alles andere hätte überrascht, war doch ein Antrag, welcher die Aufnahme von Frauen und somit die Teilnahme am Umzug erlaubt hätte, an der GV der St.-Niklausen-Gesellschaft vor einer Woche abgeschmettert worden. Die Küssnachter Frauen blieben somit auch gestern am Strassenrand – als Zuschauerinnen. Die meisten schienen es zu verkraften, so sagte eine Zuschauerin amüsiert: «Ach, diese Tradition überlassen wir doch gerne den Männern.»

Knapp vom Regen verschont

Aber politisiert wurde bereits vor einer Woche, gestern war geniessen und staunen angesagt. Und das wurde zur Genüge getan, denn das Klausjagen ist schon seit Jahren ein Publikumsmagnet. Auch gestern waren im Küssnachter Dorfkern wieder Tausende Zuschauer zugegen. Und sie kamen einmal mehr auf ihre Kosten. Dies, obwohl es kurz vor Umzugsbeginn geregnet hatte. Rechtzeitig zu Beginn hörte es aber auf.

Zuerst zeigten die Geisslechlepfer ihr Können. Danach zogen die Infuln-Träger durch die Küssnachter Gassen. 181 waren dieses Jahr zu sehen, etwas weniger als vor einem Jahr, als 253 Infuln durch die Strasse getragen wurden. Hansruedi Mathis vom Umzugskomitee erklärte, dass dies an der unsicheren Wetterprognose lag. Denn Regen schadet den prächtigen Kunstwerken. Viele Infuln-Träger hätten dieses Jahr deshalb Trycheln mit sich geführt.

Die Infuln-Männer zogen derweil tänzelnd durch die Massen. Ein Knicks vor einer Frau da, eine Drehung dort: Die leuchtenden Kunstwerke vermögen immer wieder zu entzücken. Sie stellen den eigentlichen Höhepunkt des Umzugs dar. Eine Zuschauerin frohlockte: «Ich habe das Gefühl, die werden von Jahr zu Jahr schöner.» Der Samichlaus folgte auf die Infuln-Träger. Dieser wurde von der Klausenmelodie der Musik begleitet. Danach kamen die Trychler, deren Geläut durch Mark und Bein ging. Abgeschlossen wurde der Umzug durch die Hornbläser. Insgesamt zählte Hansruedi Mathis 1681 Teilnehmer am Umzug.

Lichter stören Atmosphäre

So wunderbar der Umzug jedes Jahr ist, gab es auch heuer wieder ein Verhalten, das für einiges Kopfschütteln sorgte. Am Klausjagen ist es seit je Usus, dass die Lichter an der Umzugsroute gelöscht sind. So sind Schaufenster dunkel und auch die Strassenlampen ausgeschaltet. Die einzige Lichtquelle sind die Infuln, der Sternenhimmel und die Glut der «Chrummen», welche in den Mündern der Trychler brennen. Dadurch verbreitet sich eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Eigentlich. Denn seit einigen Jahren wird diese Atmosphäre immer intensiver durch leuchtende Smartphones und Kameras gestört. Viele Besucher lassen es sich nicht nehmen, vom Strassenrand her Fotos zu machen. Der damit einhergehende Blitz erhellt die Szenerie jeweils kurze Zeit. Mittlerweile wird aber so oft fotografiert, dass sich beispielsweise die Infuln-Träger wegen des Blitzlichtgewitters wie Hollywoodstars vorkommen müssen. Aber auch einige Läden hielten sich nicht an die Tradition und hatten teilweise das Licht angelassen, was von vielen Zuschauern überhaupt nicht goutiert wurde.

Peter Räber, Präsident der St.-Niklausen-Gesellschaft, bestätigt das Ärgernis: «Die Smartphones sind für den Umzug eine Katastrophe, eine Seuche. Auch viele Zuschauer stören sich daran, sie reklamieren, weil es nicht mehr dunkel ist.» Eine Lösung scheint vorderhand nicht in Griffnähe, wie Räber ausführt. «Was sollen wir machen? Wir können den Besuchern ja nicht die Handys wegnehmen.» Trotz des Ärgernisses: Das Klausjagen war auch dieses Jahr ein kultureller Höhepunkt in der Zentralschweiz während der Adventszeit.

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