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KÜSSNACHT: Schwyzer Regierungsrat untersagt den Ausbau des Hotel du Lac Seehof

Der Neu- und Umbau des Hotel du Lac Seehof verletzt Bestimmungen zum Ortsbildschutz. Der Regierungsrat hebt deshalb auf Intervention des Heimatschutzes die Baubewilligung auf.
Edith Meyer
Hotel du Lac in Küssnacht. (Bild: Screenshot: Google Maps)

Hotel du Lac in Küssnacht. (Bild: Screenshot: Google Maps)

Edith Meyer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Die Hotel du Lac Seehof AG ­wollte den denkmalgeschützten Hauptbau des Hotels innen umbauen sowie den bestehenden Anbau abreissen und durch einen grösseren Neubau ersetzen. Nun ist klar, dass der geplante Anbau mit einem Flachdach gegen die Bestimmungen des Bundes­inventars der schützenswerten Ortsbilder (Isos) verstösst und die Bestimmungen zum Ortsbildschutz in Küssnacht am Rigi nicht eingehalten werden. Auch hat der geplante Bau in unzulässiger ­Weise den denkmalgeschützten Hauptbau beeinträchtigt.

Wegen dieser Punkte haben Umweltverbände, der Schwyzer und Schweizer Heimatschutz ­sowie ein Eigentümer einer ­benachbarten Liegenschaft Einsprachen erhoben, auch gegen ein in einem zweiten Schritt verkleinertes Projekt. Nichtsdestotrotz erteilte der Küssnachter Bezirksrat Anfang November 2016 eine Baubewilligung. Darauf erhob der Schweizer Heimatschutz, vertreten durch den Schwyzer Heimatschutz, Verwaltungs­beschwerde bei der Schwyzer Regierung. Auch der private Stockwerkeigentümer erhob gegen das abgeänderte Bauprojekt erneut Einsprache.

Nicht zulässige Ausnahmebewilligungen

Gestern veröffentlichte der Schwyzer Heimatschutz den Entscheid des Regierungsrats – und dieser spricht eine deutliche Sprache. Die Schwyzer Regierung heisst die Beschwerde gegen die erteilte Baubewilligung des ­Bezirks gut. Im Regierungsratsbeschluss heisst es, der neue Anbau füge sich nicht in das Ortsbild ein. Auch vermöge er den erhöhten Anforderungen an die Gestaltung von Bauten in der Kernzone nicht zu genügen. Zudem verletzte der Anbau Bestimmungen zum Ortsbildschutz sowie das Ortsbildinventar und sei aus diesem Grund nicht bewilligungsfähig.

Weil der geplante Hotel­anbau das Küssnachter Bau­reglement verletzt, erteilte der Bezirksrat Ausnahmebewilligungen. Diese waren laut Regierungsrat in diesem Fall nicht zulässig. Zum Beispiel weist der Anbau ein Flachdach auf, obschon alle Bauten in der Kernzone mit Steildächern zu versehen sind. Er umfasste auch vier Vollgeschosse und das oberste, vierte Geschoss liege nicht innerhalb der Dachschräge. Daher wurden die Vorschriften bereits in Bezug auf die Geschosszahl verletzt. Auch die maximale Gebäude­höhe von 9 Metern sei an drei Fassaden überschritten worden. Die Gebäudehöhe des Anbaus an der Südwestfassade und an der Nordwestfassade beträgt jeweils 14,95 Meter, diejenige an der Nordostfassade 14,5 Meter.

Weiter kritisiert der Regierungsrat, dass sich der neue Anbau störend auf den Hauptbau auswirke und diesen in seiner Wirkung beeinträchtige. Der Anbau ordne sich gegenüber dem Hauptbau nicht unter. Insbesondere vom See oder von der Quai­strasse her gesehen, trete er wuchtiger und dominanter in ­Erscheinung als der Hauptbau.

Rüge an die Adresse des Bezirksrats

Der Regierungsrat widerspricht ebenfalls den Ausführungen der Denkmalpflege, wonach der neue Anbau von der Hauptseite des Hotels her nicht einsehbar ist und deswegen den Hauptbau nicht stört. Das greife zu kurz, führt er aus. Für die Frage der ­Beeinträchtigung eines im Kantonalen Inventar geschützter Bauten und Objekte (Kigbo) enthaltenen Gebäudes müsse die Wirkung einer geplanten Baute insgesamt beurteilt werden. In diesem Fall seien nicht nur die südöstliche Sicht vom Parkplatz aus, sondern auch die Sicht vom See und von der Quaistrasse her von Bedeutung. Da sich der ­Innenumbau im Hauptbau des «Seehofs» nicht vom geplanten Anbau trennen lasse, müsse das ganze Baugesuch als eine Einheit betrachtet und die gesamte Baubewilligung aufgehoben werden, hält die Regierung in ihrem Beschluss fest.

Dass der Küssnachter Bezirksrat das Ortsbildinventar überhaupt nicht erwähnt und nicht angewendet hat, obwohl das kommunale Baureglement ausdrücklich darauf verweist, rügt der Regierungsrat. Der neue Anbau füge sich weder ins Ortsbild ein, noch vermöge er den ­erhöhten Anforderungen an die Gestaltung von Bauten in der Kernzone zu genügen.

Der Küssnachter Kilian Henseler, Eigentümer des Hotel du Lac Seehof, sagte auf Anfrage, dass er den Regierungsratsentscheid nicht ans kantonale Verwaltungsgericht weiterziehen wolle. Damit ist der Regierungsratsentscheid rechtskräftig.

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