KULTUR: Regierungen fordern Bundesgeld für Volksmusik-Haus

Das Haus der Volksmusik in Altdorf soll vom Bund finanziell unterstützt werden. Dies fordern die Zentralschweizer Kantonsregierungen im Vorfeld der Debatte über die Kulturbotschaft. Sie fürchten, dass ohne zusätzliche Gelder ein Teil des Volksmusik-Erbes verloren geht.

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Das Haus der Volksmusik in Altdorf. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Das Haus der Volksmusik in Altdorf. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

An einem Treffen am Mittwoch verlangten die Kantonsregierungen von den Bundesparlamentariern in der Zentralschweiz, dass sie sich gemeinsam bei der Beratung der Kulturbotschaft 2016-2019 Anfang nächsten Jahres dafür einsetzen, dass das Haus der Volksmusik künftig auch vom Bund gefördert wird. Dies teilte die Zentralschweizer Regierungskonferenz am Donnerstag mit.

Die Kulturpolitik müsse die gesamte Bevölkerung und ihr Miteinander im Auge haben, schreibt die Zentralschweizer Regierungskonferenz. Dazu gehöre gemäss Kulturbotschaft des Bundesrates die Förderung der Laien- und Volkskultur. Genau in diesem Bereich sei auch das Haus der Volksmusik tätig, werde aber im Entwurf der Kulturbotschaft mit keinem Wort erwähnt, kritisieren die Zentralschweizer Regierungsräte.

Langfristig solle die Schweizer Volksmusik in den Regionen dokumentiert, vermittelt und weiterentwickelt werden. Doch ohne zusätzliche Mittel besteht laut Regierungskonferenz die Gefahr, dass in den nächsten Jahrzehnten ein Teil des volksmusikalischen Erbes wie private Notensammlungen, Tonträger und Volksmusikgeschichte als orales Erbe unwiederbringlich verloren geht.

Der Verein Haus der Volksmusik führt seit 2006 im kantonalen Zeughaus in Altdorf ein national ausgerichtetes Kompetenzzentrum zur Förderung der Schweizer Volksmusik. Es bietet unter anderem eine Infrastruktur für Verwaltung, Kurs- und Konzerträume.

Der Kanton Uri zahlt an den Kulturbetrieb jährlich 70‘000 Franken. Die übrigen Zentralschweizer Kantone leisten Beiträge von jährlich 44‘000 Franken. Dazu kommen Beiträge von Stiftungen.

An dem jährlichen Treffen mit den Bundesparlamentarieren erklärten die Zentralschweizer Kantonsregierungen ausserdem, dass sie die Unternehmenssteuerreform III im Grundsatz unterstützen und die finanziellen Lasten der Reform ausgewogen verteilt werden sollten. Schliesslich verlangten die Regierungen, dass der Zentralschweiz beim Projekt für einen Nationalen Innovationspark mehrere Optionen erhalten bleiben.

sda