KULTURFÖRDERUNG: Ateliers in Berlin und New York vergeben

Kunstschaffende aus den Kantonen Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz, Glarus und Luzern werden 2015/2016 für je vier Monate in den beiden Atelierwohnungen der Zentralschweizer Kantone in Berlin leben und arbeiten. Auch die Plätze im New Yorker Atelier, an dem auch Zug beteiligt ist, sind bis 2016 besetzt.

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Still aus dem Bachelor-Video von Sara Stäuble. (Bild: Screenshot)

Still aus dem Bachelor-Video von Sara Stäuble. (Bild: Screenshot)

Seit Juli 2003 bieten die Zentralschweizer Kantone (inkl. Glarus, jedoch ohne Zug, das ein eigenes Atelier in Berlin betreibt) ihren Kunstschaffenden diverser Sparten die Möglichkeit eines viermonatigen Aufenthaltes in Berlin-Mitte. Das Stipendium beinhaltet die unentgeltliche Benützung der Wohnung sowie einen monatlichen Lebenskostenzuschuss. Die Atelierwohnungen werden von der Landis & Gyr Stiftung den Zentralschweizer Kantonen kostengünstig zur Verfügung gestellt.

Folgende Kultur- und Kunstschaffende sind von den jeweiligen Kulturkommissionen für die Jahre 2015/2016 ausgewählt worden, wie das Nidwaldner Amt für Kultur am Montag mitteilt:

Sara Stäuble, Kunst/Video, Schwyz

Sara Stäuble (*1988) ist in Küssnacht am Rigi, SZ, aufgewachsen und wohnt heute in Luzern. Nach dem Gestalterischen Vorkurs an der Hochschule Luzern schloss sie 2012 ihr Studium an der Hochschule Luzern, Bereich Design und Kunst, als «Bachelor of Arts in visual communications». Heute ist sie als freischaffende Videokünstlerin und Cutterin tätig.

Lotte Müggler-Kubli, bildende Kunst, Glarus

Lotte Müggler-Kubli (*1955), aufgewachsen in Netstal, GL, kehrte nach ihrer Ausbildung und diversen Aufenthalten in verschiedenen Ländern 2008 nach Netstal zurück. Sie arbeitet mit verschiedenen Medien wie Fotografie, Malerei und macht Objektinstallationen.

Thomy Truttmann, Theater/Regie, Uri

Thomy Truttmann (*1956), aufgewachsen in Seelisberg, UR, absolvierte nach seiner Ausbildung zum Primarlehrer eine Schule für Bewegungstheater und Mimik in Zürich. Sein künstlerisches Werk, meist in der freien Szene, ist weit über die Zentralschweiz hinaus bekannt. Mit dem Berlin-Atelier erhält der Künstler nun den inspirierenden Freiraum für seine grossen Pläne in den Bereichen Inszenierung, Dramaturgie, Musik, Tanz, Choreografie, Bühnenbild, Lichtdesign und Bühnenbild.

Andri Stadler, bildende Kunst, Luzern

Andri Stadler (*1971) ist in Aadorf, TG, geboren. 1996 kam er nach Luzern um an der Hochschule Luzern – Design und Kunst zu studieren. Seither lebt und arbeitet er in Luzern, seit 1999 ist er Mitglied der Alpineum Produzentengalerie. Das Atelierstipendium in Berlin möchte er als Freiraum nutzen, um seine Fotografie an grossstädtischen Motiven weiter zu entwickeln.

Dominik Wyss, Musik/Komposition, Nidwalden

Dominik Wyss (*1956) ist in Triengen, LU, geboren. Nach der Matura am Kollegi in Stans studierte er an der Universität Zürich Musikwissenschaften und Germanistik. Seit 1983 arbeitet er als Lehrer am Kollegi in Stans, er betreut da auch den Chor und das Orchester. Den Aufenthalt in Berlin möchte er für die Arbeit an einer neuen Komposition nutzen, die – ohne Theater- oder Filmbilder – das Leben der Grossstadt abzubilden versucht.

Isabella Girtanner, bildende Kunst, Obwalden

Isabella Girtanner (*1983) ist in Sarnen , OW, geboren. Nach einem Grundstudium in Germanistik und Anglistik an der Universität in Zürich studierte sie Design und Kunst an der Hochschule, und absolvierte ein Studienjahr in Wien. Ihre Arbeiten erforschen den Skulpturbegriff, häufig sind es Interventionen in einen bestimmten, bestehenden Raum. Während des Berlinaufenthaltes möchte sie ihre Recherchen vorantreiben für weitere geplante Werke.

pd/uus

Drei Künstler gehen 2016 nach New York

pd/uus. Seit Beginn des Jahres 2000 betreibt der Kanton Zug zudem zusammen mit dem Kanton Schwyz ein Wohnatelier für Kunstschaffende in New York, an welchem auch die Kantone Uri, Obwalden und Nidwalden beteiligt sind.

Für den Aufenthalt in New York können sich jeweils Kunstschaffende aus den Zentralschweizer Kantonen aller Sparten bewerben. Die Zusprechung des Ateliers erfolgt durch die kantonalen Kulturkommissionen und beinhaltet die unentgeltliche Benützung des Wohnateliers sowie finanzielle Unterstützung.

Die folgenden Stipendiaten 2016 im Atelier New York (viermonatiger Aufenthalt) teilte das Amt für Kultur Nidwalden ebenfalls am Montag mit:

Lukas Hoffmann, Streetphotography, Zug

Lukas Hoffman (*1981) ist im Kanton Zug aufgewachsen. Nach seinem Abschluss an der École nationale des beaux-arts in Paris 2011 arbeitet Lukas Hoffmann als selbständiger Fotograf. Den Atelieraufenthalt in New York will Lukas Hoffman nutzen, um sich mit der Streetphotography auseinanderzusetzen und sein bisheriges Werk der «zufälligen Architekturen» durch schnellere und spontanere Bilder zu erweitern.

Janine Schranz, Fotografie, Schwyz

Janine Schranz (*1985) ist in Brunnen aufgewachsen und schloss 2010 ihr Bachelorstudium in Medien und Kunst, Vertiefung Fotografie, an der Zürcher Hochschule der Künste ab. In New York will sie sich von der vielschichtigen Architektur, dem aussergewöhnlichen Licht, den unterschiedlichen Menschen und Kulturen, aber auch dem künstlerischen Umfeld inspirieren lassen.

Rochus Lussi, bildende Kunst, Nidwalden

Rochus Lussi (*1965) lebt und arbeitet in Stans. Seit 1992 ist er freischaffender Bildhauer. Sein Aufenthalt in New York möchte Rochus Lussi dafür nutzen, eine gewisse Zeit bewusst nicht dreidimensional plastisch zu arbeiten.

Thomy Truttmann geht 2016 nach Berlin. (Bild: Archiv Neue LZ)

Thomy Truttmann geht 2016 nach Berlin. (Bild: Archiv Neue LZ)

Fotograf Lukas Hoffmann an der Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen 2011.

Fotograf Lukas Hoffmann an der Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen 2011.

Die ausgeräumte Zementfabrik mit riesigen Hallen, Graffiti von illegalen Partys, bröckelnden Betonsockeln, nutzlos gewordenen Silos und blinden Fenstern wird vorübergehend zum Ort der Kunst. (Bild: Janine Schranz)

Die ausgeräumte Zementfabrik mit riesigen Hallen, Graffiti von illegalen Partys, bröckelnden Betonsockeln, nutzlos gewordenen Silos und blinden Fenstern wird vorübergehend zum Ort der Kunst. (Bild: Janine Schranz)

Rochus Lussi wie er Peter Bucher beim erschaffen einer Skulptur beobachtet. (Archiv) (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Rochus Lussi wie er Peter Bucher beim erschaffen einer Skulptur beobachtet. (Archiv) (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)