Kulturpreis erstmals an zwei Volksmusiker

Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung verleiht den Innerschweizer Kulturpreis 2011 an Dani Häusler und Markus Flückiger. Die beiden Volksmusiker erhalten je 10'000 Franken.

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Der Akkordeonist Markus Flückiger. (Bild: PD)

Der Akkordeonist Markus Flückiger. (Bild: PD)

Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung, bestehend aus den Bildungs- und Kulturdirektoren der sechs Zentralschweizer Kantone, würdigt Dani Häusler und Markus Flückiger einstimmig mit dieser Preisvergabe als bedeutende Volksmusikpersönlichkeiten die das Zentralschweizer Theater- und Kulturleben wesentlich mit gestalten. Es ist das erste Mal in der bald 60-jährigen Geschichte des Innerschweizer Kulturpreises, dass die Preisträger aus dem Bereich der Volksmusik stammen. Die Übergabe des Innerschweizer Kulturpreises 2010 an Dani Häusler und Markus Flückiger findet am 17. September 2011 im Kanton Schwyz statt.

Der Akkordeonist Markus Flückiger. (Bild: PD)

Der Akkordeonist Markus Flückiger. (Bild: PD)

















Markus Flückiger ist 1969 in Brittnau AG geboren und lebt heute in Schwyz. Er spielt seit seiner Kindheit Schwyzerörgeli. Nach einer kaufmännischen Lehre wurde er Profimusiker und Schwyzerörgelilehrer. Er machte sich in erster Linie durch seine stupende Technik einen Namen, da er durch diese Technik Stücke spielen konnte, die vorher als unspielbar galten. Gemeinsam mit Dani Häusler gründete er Pareglish (1997), Hujässler (1998) und die Hanneli-Musig (2002). Derzeit ist er Mitglied von Max Lässlers Überlandorchester.

Dani Häusler wurde 1974 in Unterägeri geboren und wohnt in Schwyz. Seit seinem 11. Lebensjahr spielt er Klarinette und Saxophon. Im Jahr 1994 schloss er sein Studium am Konservatorium in Luzern mit dem Lehrdiplom und 1996 das Konzertdiplom mit Auszeichnung ab. Seit 2008 ist er Bereichsleiter der Volksmusikabteilung an der Hochschule Luzern - Musik und wohnt in Schwyz.

Dani Häusler und Markus Flückiger sind unbestritten zwei der wichtigsten Ländlermusikanten der letzten 15 Jahre, schreibt der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung. Ihre Bedeutung manifestiert sich auf drei Ebenen: Technik, Musikalität und Pädagogik. Spieltechnisch bewegen sich die beiden auf einem Niveau, das vorher in der Ländlermusik unbekannt war. Damit haben sie endgültig das Vorurteil entkräftet, Volksmusik sei «eine Angelegenheit für Dilettanten».

Flückiger und Häusler seien aber auch Vorbilder für eine junge Generation geworden, einerseits durch ihre Musik, andererseits durch ihr Engagement bei der Nachwuchsförderung in Unterricht, Kursen und Workshops. So ist eine ganze Generation herangewachsen, die inzwischen den «Hujässler-Stil» kopiert und ihn ihrerseits weiterentwickelt. Damit haben Dani Häusler und Markus Flückiger eine lange vermisste Dynamik in die Ländlermusik zurückgebracht, was der Volksmusik weit über die Ländlermusik hinaus zu gute kommt.

pd/zim