«KUNUNU»: So denken Angestellte über ihren Arbeitgeber

Seit gut einem Jahr gibt es die Web-2.0-Plattform «Kununu», auf der jedermann seine Firma bewerten kann. Inzwischen hat es auch einige Einträge für die Zentralschweiz. Doch ganz zu überzeugen vermag das Ganze nicht.

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(Symbolbild Daniel Tischler/Neue LZ)

(Symbolbild Daniel Tischler/Neue LZ)

«Kununu» (zu deutsch: «unbeschriebenes Blatt») sei eine «professionell betriebene Arbeitgeber-Plattform, auf der Arbeitnehmer anonym und kostenlos ihren Arbeitgeber bewerten können», heisst es auf der Website. Das helfe dabei, ein «'Gespür' für das Betriebsklima» zu entwickeln. Es solle kein «Hetzforum» sein, sondern eine «seriöse Informationsplattform».

Über 3000 Klicks für Siemens
Diesen Eindruck gewinnt man bei einer Sichtung der intuitiv bedienbaren Homepage tatsächlich – bei den erfassten Kommentaren für Firmen in den Städten Luzern (31) und Zug (21) ist man den Regeln der Netiquette gefolgt. Sobald man mehr über das Abschneiden einer Firma wissen möchte, zeigt sich jedoch schon bald das Problem an «Kununu»: Die Zugriffszahlen sind zwar zum Teil recht hoch (etwa Siemens mit über 3000 Zugriffen) – es existieren jedoch durchs Band viel zu wenige Bewertungen, als dass von einem einigermassen repräsentativen Ergebnis gesprochen werden könnte.

Mehr Kommentare wünschenswert
Zudem sagen die reinen Zahlen wenig aus (Skala zwischen einem und fünf Punkten). Am spannendsten bleiben die Kommentare – doch diese sind noch rarer gestreut. So schreibt beispielsweise jemand über Siemens, dass es «im direkten Team klappt. Im 'Grossen' wirds schwieriger». Ein anderer Bewerter findet, dass bei der Luzerner Kantonalbank die «Kultur in den letzten fünf Jahren total verloren» gegangen sei – es herrsche ein «totaler Überwachungswahn». Mobility hingegen wird als «offener, fröhlicher, spontaner Betrieb» charakterisiert, «der noch viel erreichen wird». Bei den Centralschweizerischen Kraftwerken (CKW) wird bemängelt, dass «viele Vorgesetzte» zwar «fachlich evt. gut, aber menschlich am falschen Ort» seien.

Wie überall bei Seiten im Web 2.0 lassen sich die Ergebnisse natürlich auch enorm verfälschen: Bei einem Kommentar zur Zuger Kantonalbank, der eine Lobeshymne sondergleichen darstellt, kommt etwa rasch der Verdacht einer PR-Verwässerung auf. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Konzept von «Kununu» (bei allen Problemen, die die Anonymität mit sich bringt) zwar durchaus interessant ist, dass auf die Bewertungen jedoch wenig Verlass ist.

scd