LABEL: Pfahlbauten: Bald Unesco-Weltkulturerbe?

Derzeit laufen Vorbereitungen für eine Aufnahme der Pfahlbau­siedlungen im Alpenraum ins Unesco-Weltkulturerbe. Darunter sind auch Stätten in Luzern, Nidwalden, Schwyz und Zug.

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Archäologie-Taucher bei der Arbeit. (Bild Amt für Städtebau/ Unterwasserarchäologie Zürich/pd)

Archäologie-Taucher bei der Arbeit. (Bild Amt für Städtebau/ Unterwasserarchäologie Zürich/pd)

An der internationalen Kandidatur beteiligt sind neben der Schweiz, die die Initiative ergriffen hat, auch die übrigen fünf Alpenländer Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Frankreich, wie das Bundesamt für Kultur (BAK) am Montag bekannt gab. Von insgesamt rund 1000 bekannten Pfahlbaufundstellen wurden die 152 mit dem grössten wissenschaftlichen Potenzial ausgewählt. 82 dieser Stätten befinden sich in der Schweiz. Darunter 11 aus der Region:

  • Luzern: Egolzwil (Wauwilermoos; die beiden unten abgebildeten, gut erhaltenen Erntemesser aus der Jungsteinzeit wurden hier gefunden; Bild Kantonsärchologie Luzern/pd), Hitzkirch, Schenkon, Sempach, Sursee
  • Nidwalden: Stansstad
  • Schwyz: Freienbach
  • Zug: Cham, Hünenberg, Risch, Zug

Ziel der Nominierung ist es, die Bedeutung dieses kulturellen Erbes vermehrt ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu rücken, wie die Verantwortlichen vor den Medien in Bern ausführten. Zudem werde der internationale Austausch von Wissen und Erfahrungen beim Schutz und bei der Präsentation der Pfahlbau-Fundstellen gefördert.

Um die Aufgaben zu koordinieren, wurde der Verein «Palafittes» gegründet. Die Kandidatur ist laut BAK komplex, weil die verschiedenen nationalen Systeme, Behörden und Verfahren von gegen 30 archäologischen Institutionen berücksichtigt werden müssen. Erstmals in der Geschichte der Pfahlbauforschung wurde in diesem Zusammenhang auch ein länderübergreifendes Inventar der Fundstellen erstellt.

Das Nominierungsdossier soll dem Welterbekomitee der Unesco bis Januar 2010 offiziell überreicht werden. Mit dem Entscheid wird im Sommer 2011 gerechnet. Laut BAK sind bisher nur wenige prähistorische Stätten auf der Unesco-Welterbeliste vertreten.

ap

Impression von archäologischen Arbeiten im Zugersee. (Bild Amt für Städtebau/ Unterwasserarchäologie Zürich)