LANDAMMANN: Alois Christen tritt nicht mehr an

Überraschung bei der FDP des Kantons Schwyz. Landammann Alois Christen tritt im Frühjahr nicht mehr an – dies entgegen einer früheren Aussage.

Drucken
Teilen
Alois Christen (vorne rechts) mit Micheline Calmy-Rey beim Hölloch-Besuch Ende Oktober 2007. (Bild Keystone)

Alois Christen (vorne rechts) mit Micheline Calmy-Rey beim Hölloch-Besuch Ende Oktober 2007. (Bild Keystone)

«Es entspricht der Grösse eines Landammanns und es ist auch ein Zeichen seiner Volksverbundenheit und Volksnähe, wenn Alois Christen auf dem Höhepunkt seiner Karriere seinen Rücktritt bekannt gibt und dabei einen zuvor gefällten Entscheid rückgängig macht», erklärte am Dienstagabend FDP-Parteipräsident Vincenzo M. Pedrazzini an der Geschäftsleitung der Kantonalpartei in Bennau.

Mehrere Kandidaten?
«Wenn die Partei sich in den Exekutivämtern verjüngen will und nebst dem amtierenden Regierungsrat Peter Reuteler hervorragende Kandidaten zur Verfügung stehen, muss ich mir nach acht Jahren in der Schwyzer Regierung durchaus meine Gedanken machen», sagte Alois Christen, der dieses Jahr 60 wird. Doch dies waren nicht die einzigen Beweggründe des Küssnachters. «Die letzten Wochen und Monate waren sehr hektisch und auch bewegend. Hinzu kommt, dass ein Rücktritt als amtierender Landammann an sich der perfekte Zeitpunkt ist.» Am Dienstagabend informierte Alois Christen die Parteileitung. Wie Parteipräsident Vincenzo M. Pedrazzini erklärte, gäbe es bei den Liberalen potenzielle Kandidaten. «Wir suchen mit allen Ort- und Bezirksparteien das Gespräch und werden am 22. Januar an der Nominationsversammlung in Brunnen hervorragende Kandidaten portieren können.»

Pointierter Regierungsrat
Alois Christen wurde vor acht Jahren überraschend von der kantonalen FDP nominiert und schliesslich vom Schwyzer Souverän zum Nachfolger von Richard Camenzind aus Gersau gewählt. Während seiner achtjährigen Regierungstätigkeit als Vorsteher des Militär- und Polizeidepartements konnte der frühere Bauunternehmer vor allem Ruhe ins Polizeikorps bringen, wie die FDP des Kantons Schwyz mitteilt. Über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt sei Alois Christen auch durch seine Volksnähe und seine pointierten Aussagen geworden. So auch im Vorfeld der letztjährigen 1. August-Feierlichkeiten auf dem Rütli. Betreffend eines angekündigten Muotathal-Besuchs von Micheline Calmy-Rey prognostizierte Alois Christen der damaligen Bundespräsidentin, dass sie im dortigen Höllloch eingesperrt würde. Dies war dann jedoch nicht der Fall und Alois Christen erwies sich sogar als guter und gewiefter Gastgeber. Nun beendet Alois Christen auf Ende dieser Legislatur am 1. Juli als amtierender Landammann seine politische Karriere. «Ich werde mich in diesem halben Jahr in der Regierung und im Departement noch mit vollem Elan engagieren.»

scd