LANDWIRTSCHAFT: Zentralschweizer Bauern reduzieren Ammoniak um 8,4 Prozent

Innerhalb von sechs Jahren hat die Landwirtschaft in der Zentralschweiz 8,4 Prozent weniger Ammoniak verursacht. Mit dem Resultat eines gemeinsamen Projekts sind die Kantone aber noch nicht zufrieden.

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Symbolbild: Ein Landwirt bringt Gülle mit einem Schleppschlauch aus. (Bild: Nadia Schärli LZ)

Symbolbild: Ein Landwirt bringt Gülle mit einem Schleppschlauch aus. (Bild: Nadia Schärli LZ)

Die Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug hatten 2010 ein auf sechs Jahre befristetes Projekt zur Reduktion von freigesetztem Ammoniak aus der Landwirtschaft gestartet. Seither ist die Menge von Ammoniak bei einem Anfangswert von 2293 Tonnen im Jahr 2007 um 194 Tonnen oder 8,4 Prozent gesunken. Damit sei das Ziel des Projekts knapp nicht erreicht worden, heisst es in einer Medienmitteilung. Auch national seien entsprechende Ziele noch nicht erreicht. Im Rahmen von Information und Sensibilisierung sollen die Anstrengungen weitergeführt werden.

Der Schleppschlauch bringt am meisten

Weiterverfolgt werden soll auch die wichtigste Massnahme zur Reduktion von Ammoniakverlusten, die weitere Förderung des Einsatzes des Schleppschlauchs. Das bodennahe und streifenweise Ausbringen der Gülle mit Schleppschläuchen verringere die Ammoniakverluste stark und verbessere die Ausnützung der Nährstoffe für die Pflanzen, heisst es in der Mitteilung. Mit dem Einsatz der Schleppschläuche könne zudem die Geruchsbelastung der Gülle stark vermindert werden.

Die Massnahmen zur Verminderung von Ammoniak waren gemeinsam vom Zentralschweizer Bauernbund und und den kantonalen Fachstellen für Landwirtschaft und Umwelt festgelegt worden. Die Massnahmen zielten auf einen sorgfältigen, möglichst verlustarmen Umgang mit den Hofdüngern bei der Güllelagerung und -ausbringung und auf die gezielte Fütterung der Milchkühe mit wenige Protein. Ammoniak entweichen kann.

Die Beteiligung der Landwirte war freiwillig und die Umsetzung der Massnahmen durch die Landwirtschaftsbetriebe wurde in Sinne eines Anreizes durch den Bund und die Kantone finanziell unterstützt.

Die Ammoniakemissionen wurden im Verlaufe des Projekts um 194 Tonnen auf 2293 Tonnen Ammoniak-Stickstoff pro Jahr gesenkt. Landwirtschaftsbetriebe mit insgesamt 4590 Kühen waren in dieses Projekt involviert. Während die meisten Massnahmen auf Interesse stiessen, gab es wenig Resonanz dafür, bauliche Massnahmen an Ställen zu ergeifen.

Das Ammoniak-Problem

Amonniak entsteht aus Kot und Harn von Nutztieren. Der darin gebundene Stickstoff an sich ist ein wertvoller Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Entweicht Ammoniak aber gasförmig in die Luft, wird er verfrachtet und führt zur Überdüngung und Versauerung empfindlicher Lebensräume. Er schwächt beispielsweise die Widerstandskraft der Wälder oder beeinträchtigt die Artenvielfalt in empfindlichen Ökosystemen.