LAUERZ: Hang rutschte bereits 25 Zentimeter

Ob dem Lauerzersee rutscht ein Hang durchschnittlich einen Zentimeter pro Tag. Der anhaltende Regen kann die Lage verschärfen.

Sandro Portmann
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Ein Hang in Bewegung: Swissgrid überlegt sich, die Hochspannungsleitung zu versetzen. (Bild: PD)

Ein Hang in Bewegung: Swissgrid überlegt sich, die Hochspannungsleitung zu versetzen. (Bild: PD)

Langsamer als eine Schnecke und doch unberechenbar: Der Hang weit über dem Lauerzersee rutscht laut dem Amt für Wald und Naturgefahren im Durchschnitt einen Zentimeter pro Tag. Regen kann diesen Vorgang beschleunigen – und davon gab es gestern reichlich. Der Regen führt dazu, dass die Beobachtungen intensiviert wurden, wie Daniel Bollinger, Leiter des Fachbereichs für Naturgefahren, festhält. «Wasser ist nicht unbedingt erwünscht. Wie der Hang auf den Regen reagiert, können wir momentan noch nicht sagen.» Es könne allenfalls sein, dass eine Reaktion erst später einsetzt. Betroffen ist ein rund acht Hektaren grosses Stück am Lauerzerberg.

«Wir haben alles unter Kontrolle»

Das Amt misst seit dem 18. April an verschiedenen Stellen das Verhalten des Hangs. «Seit der Nullmessung an diesem Tag, bis zur letzten Messung am Dienstag, 21. Mai, haben wir an einer Stelle eine Veränderung von maximal 25 Zentimetern registriert», so Bollinger. Dabei seien die Messstationen vor allem auf der Strasse angelegt. Der Asphalt auf der Strasse sei relativ dankbar zum Messen, «weil wir da die Risse relativ deutlich sehen.» Trotz der steten Bewegung der Erdmasse bestehe keine Gefahr für Fussgänger oder Autofahrer auf dieser Strasse. «Das Gebiet ist nicht gesperrt und weiterhin begehbar. Und auch die Strasse ist weiterhin befahrbar. Aufgrund der heutigen Kenntnisse besteht keine Gefahr», stellt Bollinger klar.

«Wir haben alles unter Kontrolle», sagt auch Andreas Schwander, Mediensprecher von Swissgrid. Die Firma ist verantwortlich für die Hochspannungsleitungen am Lauerzerberg. Zwei der Masten stehen im Rutschgebiet. «Zurzeit sind wir Alternativen am Erarbeiten», sagt Schwander. Daraus würde sich bereits eine Variante hervortun. Nämlich, «dass wir an einer Stelle, die nicht rutscht, zwei Notmasten setzen. Im Idealfall wären es Masten, die dann, nachdem sich der Hang beruhigt hat, stehen bleiben.» Ob das möglich ist, klärt die Firma Swissgrid momentan ab. Ähnlich ist die Situation auch in Ob- und Nidwalden. Die Situation an den rutschenden Hängen ob Beckenried und Sarnen ist unverändert. Man behalte die Situation aber natürlich im Auge, besonders wegen der Regenfälle, hiess es gestern bei den Verantwortlichen.

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