LAUSANNE: Schwyzer Betrugsfall: Kein Erfolg für Geschädigte vor Bundesgericht

Die durch den Betrug der Devisenhandelsfirma IPCO geschädigten Anleger können gegenüber dem Zertifizierungsunternehmen der IPCO keine Schadenersatzansprüche geltend machen. Ein entsprechender Versuch einer Schwyzer Firma endete erfolglos vor Bundesgericht.

Drucken
Teilen
Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Keystone / Christian Bruhin)

Das Bundesgericht in Lausanne. (Bild: Keystone / Christian Bruhin)

Die IPCO hatte von 1997 bis 2004 von mehreren hundert Anlegern 125 Millionen Franken entgegengenommen, um diese in Devisen zu investieren. Die Geschäfte wurden nie ausgeführt.

Statt dessen verschob die IPCO die Gelder ins Ausland, wo sie versickerten. 2005 eröffnete die Eidgenössische Bankenkommission (heute Finma) den Konkurs über die Firma.

Gut fünf Jahre bevor die betrügerischen Machenschaften der IPCO unterbunden wurden, erhielt die Firma von einem dafür zugelassenen Unternehmen eine ISO-Zertifikat ausgestellt. Dieses belegte, dass die IPCO über ein Qualitätsmanagement verfügte.

Wie bereits die Vorinstanz kommt das Bundesgericht in seinem am Freitag publizierten Urteil zum Schluss, dass ein Anleger allein aufgrund der Zertifizierung keine Garantie habe, dass getätigte Investitionen auch zurückgezahlt würden.

Vielmehr seien dafür weitere Abklärungen notwendig. Besonders, wenn eine Rendite zwischen 20 und 30 Prozent in Aussicht gestellt werde.

Gescheitert ist das geprellte Unternehmen vor Bundesgericht, weil es nicht aufzeigen konnte, inwiefern die ISO-Zertifizierung bei Anlegern die konkrete Erwartung hätte wecken können, dass das investierte Geld auch wieder zurückkommt.

Lange Vorgeschichte

Die ersten Urteile im Zusammenhang mit dem IPCO-Betrug wurden erst im April 2013 gesprochen. Der Hauptangeklagte war jedoch nicht anwesend. Er hatte sich nach Dubai abgesetzt.

Das Schwyzer Strafgericht verurteilte den Hauptdrahtzieher wegen gewerbsmässigen Betrugs, Geldwäscherei, Urkundenfälschung und weiterer Delikte zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe.

Ein zweiter Beschuldigter erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren, eine dritte Angeklagte lediglich eine Geldstrafe.

Die Berufungsverhandlung der beiden Männer findet gemäss Auskunft des Kantonsgerichts Schwyz Ende April statt. (4A_299/2015 vom 02.02.2016)

sda