Porträt

Lehrabschluss: Energie ist Fabian Bieris Passion

Der Giswiler Fabian Bieri hat seine Lehre als Gebäudetechnikplaner Lüftung abgeschlossen. Nun geht es an die Fachhochschule.

Yvonne Imbach
Drucken
Teilen
Für Fabian Bieri ist die Lehrzeit im Ingenieurbüro Berchtold als Gebäudetechnikplaner Lüftung vorbei, bald geht’s an die Fachhochschule.

Für Fabian Bieri ist die Lehrzeit im Ingenieurbüro Berchtold als Gebäudetechnikplaner Lüftung vorbei, bald geht’s an die Fachhochschule.

Bild: Eveline Beerkircher

Obwohl Fabian Bieri erst 22 Jahre alt ist, weist er schon eine beeindruckende Vita auf. 2016 hat er an der Kantonsschule Sarnen die Matura abgeschlossen. Diesen Sommer nun holte er sich das eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Gebäudetechnikplaner Lüftung. Offensichtlich hat der gebürtige Giswiler noch nicht genug vom Lernen: Ab September drückt er nämlich wieder die Schulbank, und zwar an der Fachhochschule Wädenswil, wo er ­Facility Management studieren wird.

«Ich mache gleich weiter, denn ich will keine Zeit verlieren», verrät Fabian Bieri beim Interviewtermin, der noch an seinem Ausbildungsort, dem Ingenieurbüro Peter Berchtold in Sarnen, stattfindet. Dass er dort «gelandet» ist, hat er seinem Bruder zu verdanken. «Nach der Matura absolvierte ich die Durchdiener-RS. Danach war ich ein wenig ratlos, weil ich mir mehrere ­berufliche Ziele vorstellen konnte.» So hätte ihm ein Betriebswirtschaftsstudium gefallen, aber auch die Kunsthochschule, denn Grafiker, das wollte er schon als Kind werden.

Das praktische Arbeiten gefiel ihm

Nach der RS zog es Fabian Bieri zu Maxon Motors nach Sachseln, wo er in der Sachbearbeitung zum ersten Mal Geld verdienen konnte. «Ich merkte, dass mir das praktische Arbeiten sehr gefiel und ich lieber eine Lehre als ein Studium anfangen möchte.» Doch in welche Richtung, war immer noch offen. Und da kam sein Bruder ins Spiel: «Mein Chef, Peter Berchtold, ist ein Bekannter ­meines Bruders. Über ihn erfuhr Peter Berchtold von meiner Suche und lud mich zum Schnuppern ein.» Fabian Bieri kannte den Beruf Gebäudetechniker mit den drei möglichen Fachrichtungen Lüftung, Heizung oder Sanitär zuvor nicht. Die Gebäudetechnik und auch das sehr familiäre Team hatten es ihm angetan, er bekam die Lehrstelle und entschied sich für den Bereich Lüftung. «Da ich die Matura hatte, konnte ich eine verkürzte Lehrzeit von zwei statt vier Jahren absolvieren, weil ich unter anderem nur das Fach Berufskunde in der Gewerbeschule besuchen musste.»

Im Energiesparen sieht er grosses Potenzial

Was fasziniert ihn an seinem Beruf? «Ich finde es spannend, ein Gebäude als Ganzes zu erfassen, also die gesamte Technik, nicht nur die Lüftung», sagt Fabian Bieri. Es reizt ihn, eine Anlage zu prüfen und nach möglichen Optimierungen zu suchen. «Die zentrale Rolle der Energie interessiert mich. Ich sehe grosses Potenzial, meinen Teil zum Energiesparen beizutragen. Es ist spannend, alte Anlagen dahin gehend zu prüfen, wie viel Energie sich sparen lässt, wenn man etwa alte Pumpen und Motoren austauscht.»

Fabian Bieri fand so grossen Gefallen an seinem Beruf, dass ihm klar wurde: Er will ihn in einem Studium vertiefen. Motiviert sagt er: «Die Ausbildung in Facility Management an der Fachhochschule Wädenswil ist für mich wie zugeschnitten: Da wird auch Kreativität, betriebswirtschaftliches und ökologisches Denken verlangt.» Wird er künftig als Hausabwart mit akademischem Hintergrund tätig sein? «Nein, schon am Infotag wurde uns gesagt, dass dieses Studium wenig mit dem Beruf Hausabwart zu tun hat», erzählt er. Im dritten Jahr des vielfältigen Studiums entscheidet man sich für eine von vier Fachrichtungen: Workplace, Services & Events, Immobilien oder Gebäudesysteme. Der Giswiler tendiert zu Letzterem. «Ganz genau kenne ich meinen Zielberuf noch nicht. Der Vorteil dieses Studiums ist die Breite an Fachrichtungen. Energiebeauftragter beim Kanton, das wäre zum Beispiel cool.»

Umzug von Obwalden nach Zürich steht bevor

Bevor der angehende Student in ein paar Wochen an der Fachhochschule Wädenswil beginnen wird, widmet er sich seinen Hobbys noch etwas vertiefter. Auch hier zeigt sich seine ­Affinität zur Energie: Als sehr aktiver Mensch braucht er viel Energie für seinen Sport. Fabian Bieri trainiert Muay Thai, eine Kampfsportart, und er besucht mehrmals die Woche das Fitnessstudio. Die nächste grosse Veränderung ist hingegen eher logistischer Natur: Der junge Mann verlässt sein Elternhaus in Giswil, um mit seiner langjährigen Freundin im Kanton Zürich zusammenzuziehen.

Mehr zum Thema