Leuthard lobt Freiberger-Zucht als Vorbild

Rund 58.000 Menschen, darunter viele Deutschschweizer, haben am Wochenende den 105. Marche-Concours in Saignelegier im Jura besucht.Gastkantone waren Uri, Schwyz sowie Ob- und Nidwalden.

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Doris Leuthard. (Bild Keystone)

Doris Leuthard. (Bild Keystone)

Nach dem Vorbild der Freiberger-Pferde habe sich die Schweiz «mutig, kräftig, aufrichtig und manchmal etwas stur» eine hervorragende Position erarbeitet, sagte die Chefin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsd-epartements. Der Marche-Concours und die Freiberger-Pferde zeigten eindrücklich, wie Nischen erfolgreich zu pflegen seien: Der Jura stehe in der Pferdezucht im direkten Wettbewerb mit arabischen Golfstaaten und Brasilien. Gewinnen könne man aber nur, wenn man sich nicht abschotte.

Obwohl sich die Schweiz vom Agrar- zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt habe, sei die Agrarwirtschaft keineswegs unbedeutend geworden, versicherte die Wirtschaftsministerin. Heute könnten auf ähnlich grosser Nutzfläche mehr Menschen bei höherem Kalorienbedarf versorgt werden als vor 50 Jahren. Die Ernährung sei auch in Krisenzeiten gesichert.

Grenzschutz sei sehr hoch
Leuthard bezeichnete die Agrarpolitik-Reformen, bei denen Subventionen durch Direktzahlungen abgelöst wurden, angesichts neuer Herausforderungen der Globalisierung als nötig. Dank der gegenseitigen Öffnung hätten es die Unternehmungen hervorragend verstanden, sich Zugang zu neuen Märkten zu verschaffen und ihre Exporte zu erhöhen. Im Agrarbereich sei der Grenzschutz aber noch sehr hoch. Nach dem Scheitern der WTO-Runde müsse man sich auf das vorbereiten, was wenigen Jahren geschehen könne. Zu überlegen sei, wie man sich mit geringerem Grenzschutz behaupten könne.

Pferdebranche als gute Investition
Die Züchter der Freiberger-Pferde bewältigten die Herausforderungen mit Dynamik, Entschlossenheit und Fantasie. So wolle sich die Schweiz in der WTO, auf den Weltmärkten und in Europa behaupten. Und mit Eigenschaften der Freiberger-Pferde - Zuverlässigkeit, Gelassenheit und grosser Leistungsbereitschaft - werde für die Bauern sowie den Wohlstand der Schweiz gekämpft. Die Eidgenossenschaft investiere rund 33 Millionen Franken in die Pferdebranche, 20 Millionen Franken davon als Direktzahlungen. Dies sei gut angelegtes Geld, wenn es erlaube, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Am Sonntag strömten laut den Organisatoren rund 40.000 Leute nach Saignelegier. Am Samstag waren es etwa 18.000. Die Besucher verfolgten die Pferdevorführungen und traditionellen, teils mehrspännigen Wagenrennen. An einem Umzug der vier Gastkantone beteiligten sich 15 Gruppen mit rund 450 Teilnehmern. Die Gastkantone hätten mit dem Jura gemeinsam, dass sie fundamentalen Werte pflegten und ihrer Identität treu blieben, sagte der Urner Regierungsrat Isidor Baumann.

ap