Lichterzauber beim Küssnachter Klausjagen 

Rund 20'000 Zuschauer liessen sich am Freitagabend trotz eisiger Kälte das traditionelle Klausjagen in Küssnacht nicht entgehen. Der musikalische Dreiklang und die 200 leuchtenden Infuln sorgten für ein grossartiges Spektakel.

Drucken
Teilen
Die farbenfrohen und aufwändig hergestellten Infuln. (Bild Philipp Schmidli)

Die farbenfrohen und aufwändig hergestellten Infuln. (Bild Philipp Schmidli)

Es erstaunt immer wieder, wie leise und leichtfüssig die Infulnträger am Küssnachter Klausjagen an einem vorbeitänzeln. Vor allem weil manche mehrere Kilo schwere Kunstwerke auf dem Kopf tragen. Sie müssten eigentlich unter dem Gewicht, das sie tanzend zu tragen haben, ächzen. Am Klausjagen in Küssnacht waren es allerdings weder Infulnträger noch Trychler, weder Musikanten noch Hornbläser, die ächzten. Es waren rund 20'000 die Umzugsroute säumende Zuschauer, die wegen der klirrenden Kälte stöhnten.

Manch einer dürfte die Teilnehmer am Umzug beneidet haben. Denn mindestens sie hatten genügend Platz, sich zu bewegen und damit warm zu halten. Das aber erst ab 20.15 Uhr. Vorher nämlich soll Ruhe herrschen.

Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
14 Bilder
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ

Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ


Mittendrin der Samichlaus
Punkt 20.15 Uhr ertönt ein Böllerknall, das Licht im Dorf geht aus, und der Klausumzug setzt sich an der Seebodenstrasse in Bewegung. Die Teilnehmer sind dabei immer gleich aufgestellt. Weit voraus gehen die Geisslechlepfer mit ihren Schafsgeisseln. Dann tänzeln die Infuln vorbei, gefolgt von der Musik, die immer den gleichen Dreiklang bläst und so das Marschtempo vorgibt. Zwischen den Infuln und den Musikanten schreitet der Samichlaus. Er wird begleitet von seinen Schmutzli und Fackelträgern.

Nach der Musik wirds richtig laut. Die Trychler - sie bilden die grösste Klausjägergruppe - kommen im Gleichschritt durch die enge Chlausjägergasse, wo der Hall ihrer Senten und Klopfen von den Häuserwänden schauerlich widerhallt. Und das Ganze zweimal. Wenn der Umzug an der Luzernerstrasse ankommt, gibts eine Pause. Dann gehts auf dem fast gleichen Weg zurück, wo der zweite Durchgang schliesslich gegen 22.45 Uhr vor dem «Hirschen» endet.

Ein paar Zahlen: Gestern waren 235 Infulnträger, 990 Trychler, 215 Hornbläser, 65 Musikanten und 37 Geisslechlepfer im Umzug unterwegs. «Insgesamt waren 1574 Leute am Umzug beteiligt», sagte Hansruedi Mathis, Umzugszähler der St. Niklausengesellschaft.

Harry Ziegler