LIEBESOASE: Jetzt gibts ein neues «Seitensprungzimmer»

Nun gibt es in der Zentralschweiz ein so genanntes Seitensprung­zimmer mehr. Dieses wurde vor wenigen Tagen in Pfäffikon eröffnet – wegen der grossen Nachfrage in Wädenswil.

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Blick auf das Bett des Zimmers in Pfäffikon, über dessen Standort der Vermieter natürlich Stillschweigen bewahrt. (Bild pd)

Blick auf das Bett des Zimmers in Pfäffikon, über dessen Standort der Vermieter natürlich Stillschweigen bewahrt. (Bild pd)

In Wädenswil, wo es bereits ein Zimmer gibt, sei die Nachfrage so gross gewesen, «dass man riskieren konnte, in der näheren Umgebung ein zweites Zimmer zu eröffnen», wie Vermieter Erwin Anderhub auf Anfrage sagt. «Dass die Wahl auf Pfäffikon fiel, ist eher zufällig. An diesem Standort wurde zuerst eine geeignete Wohnung gefunden.» Der eher spartanisch ausgestattete Ort für erotische Stelldicheins, das inzwischen bereits mehrere Male vermietet worden sei, ist für zwei Personen für bis zu sechs Stunden für 90 Franken mietbar. Es handelt sich nunmehr um das 47. Seitensprungzimmer in der Schweiz – ein Angebot das in der Öffentlichkeit nach wie vor zu kontroversen Diskussionen führt.

Bald neues Zimmer in Luzern?
Das Geschäft jedoch mit den Liebesnestern scheint zu boomen, Krise hin oder her: Seitensprungzimmer gibt es mittlerweile neben der Schweiz – das Projekt nahm seinen Anfang 2003 in der Ostschweiz – auch in Österreich und Deutschland. Allein im Kanton Luzern sind nach Startschwierigkeiten im Frühling 2006 zurzeit sechs Zimmer buchbar, darunter das zwar «leider nur selten» in Anspruch genommene Schiff «Love Boat», mit dem man für 250 Franken turtelnd auf dem Vierwaldstättersee herumgondeln kann. Möglicherweise komme in nächster Zeit ein weiteres Zimmer in der Agglomeration Luzern dazu, wie Anderhub sagt. Auch die Erschliessung der Region Uri würde ihn faszinieren: «Es wäre sicher spannend, hier ein Zimmer zu eröffnen und zu sehen, ob das Bedürfnis auch da vorhanden ist.» In Ob- und Nidwalden ortet er jedoch keinen Bedarf – die Unterwaldner würden die Angebote in und um Luzern nutzen. Das Angebot hat aber nicht überall funktioniert: So wurde etwa Anfang 2007 die einzige Liebesoase in Zug geschlossen, weil sie nicht rentabel war.

Nur Seitensprung-«Verschönerung»
Dem Vorwurf, Seitensprungzimmer würden dem Ehebruch Vorschub leisten, hält Anderhub entgegen: «Zuerst ist immer das Bedürfnis da fremdzugehen, oder es wird bereits fremdgegangen.» Und weiter: «Unsere Zimmer verleiten nicht zu einem Seitensprung, sie verschönern ihn lediglich.» Zudem gebe es vermehrt auch Buchungen von Nicht-Seitenspringern, etwa von Paaren, die beispielsweise ihren Hochzeitstag an einem ganz speziellen Ort begehen wollen oder von «Jüngeren, die noch zuhause oder in einer WG wohnen». Auch «alleinstehende Elternteile, die ihre neue Liebe wegen den Kindern noch nicht nach Hause nehmen wollen», gehörten zu den Kunden und auch Leute, die einmal einen «flotten Dreier» ausprobieren und dabei ihre Privatsphäre schützen wollten.

Dave Schläpfer