LUCHS-EINSATZ: War es fahrlässige Körperverletzung?

Die Opfer des Luchs-Einsatzes von Oberarth sind immer noch in Behandlung. Der Anwalt klagt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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Szene der umstrittenen Festnahme auf dem Polizeivideo. (Bild Kapo Luzern)

Szene der umstrittenen Festnahme auf dem Polizeivideo. (Bild Kapo Luzern)

«Mein Mandant ist immer noch in ärztlicher Behandlung und arbeitsunfähig», sagt der Zuger Anwalt Bruno Schelbert. «Ich verstehe nicht, weshalb der Untersuchungsrichter die körperliche und seelische Schädigung bis heute nicht weiter geprüft hat. Für mich liegt hier Körperverletzung vor.

Den Antrag stellte ich bereits vor Jahren.» Schelbert vertritt den heute 21-jährigen Serben, der am 5. Juni 2005 von der Polizei-Sondereinheit Luchs festgehalten wurde. Die Elitetruppe legte dem Teenager Handschellen an und verband ihm die Augen. Dies auch, nachdem feststand, dass es sich weder bei ihm noch bei seinem damals 22-jährigen Kumpel um den gesuchten Verbrecher handelte.

Ausländische Polizisten dabei
Bereits gestern berichtete unsere Zeitung, dass das Verhöramt Schwyz zwei «Luchse» beschuldigt, Amtsmissbrauch begangen zu haben. Ob der Fall vom Schwyzer Strafgericht behandelt wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Beim missglückten Luchs-Einsatz waren nicht nur Schweizer Polizisten im Einsatz. Die Nachrichtensendung «10 vor 10» berichtete am Freitag, dass bei der Verbrecherjagd auch deutsche und österreichische Polizisten involviert waren. Die Schweizer Polizeikorps sollen sich dabei allzu sehr auf die Informationen der ausländischen Kollegen abgestützt haben.

Thomas Heer