Luchs-Opfer: Verdacht auf IV-Betrug

Die Sondereinheit Luchs hatte 2005 in Arth fälschlicherweise zwei Männer verhaftet. Ein Opfer steht nun unter Verdacht, die IV betrogen zu haben.

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Szene der umstrittenen Festnahme auf dem Polizeivideo. (Bild Luzerner Polizei)

Szene der umstrittenen Festnahme auf dem Polizeivideo. (Bild Luzerner Polizei)

Das Verhöramt Schwyz hat eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Betrug der Invalidenversicherung (IV) eröffnet, wie Recherchen der Sendung «10vor10» zeigen. «Angezeigt ist Betrug gegenüber der Suva und versuchter Betrug gegenüber der IV», sagt der zuständige Untersuchungsrichter Roland Meier. Das Opfer gab an, schwere psychische Schäden vom Einsatz dieser Nacht davongetragen haben.

Detektiv entlarvt Opfer
Die IV-Stelle Schwyz hat das Opfer von einem Privatdetektiv überwachen lassen. Die bei «10vor10» ausgestrahlten Videosequenzen zeigen einen lebenslustigen, jungen Mann, der viel mit Freunden unternimmt. Diese Überwachungsbilder stehen im Gegensatz zu seinen früheren Aussagen, die er gegenüber der IV gemacht hatte, er sei suizidgefährdet, habe viele Kollegen verloren und sei meistens zuhause. Die Videos lassen zumindest Zweifel an der Schwere der Schädigung aufkommen.

Anwalt hält dagegen
Bruno Schelbert, der Anwalt des Opfers, machte geltend, dass sein damals 17-jähriger Klient 45 Minuten mit verbundenen Augen gefesselt an einer Mauer stehen musste. Dies würde – durch ärztliche Gutachten belegt – Schädigungen nach sich ziehen. Diese könnten nicht einfach durch einzelne Videosequenzen widerlegt werden.

rem