«Luchse»: So übt die Sondereinheit

Sie kommen, wenns gefährlich wird: die «Luchse». Die polizeiliche Eingreifgruppe der Zentralschweiz ist 25 Jahre alt und hat auf dem Bürgenstock ihr Können gezeigt.

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Die Übung beginnt: Die Luchse stürmen ein altes Hotel auf dem Bürgenstock. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Übung beginnt: Die Luchse stürmen ein altes Hotel auf dem Bürgenstock. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Die Jubiläum wurde am Donnerstag auf dem Bürgenstock im Beisein der Zentralschweizer Polizeidirektorenkonferenz (ZPDK) und der Kommandanten der Zentralschweizer Polizeikorps gefeiert.

Der Interventionseinheit «Luchs» entstand 1986 aus den Anti-Terror-Spezialisten der Zentralschweizer Polizeikorps. Sie kommt bei heiklen und gefährlichen Ereignissen zum Einsatz. Highlights waren unter anderem der Papstbesuch in Luzern (1984), die Geiselnahme in der damaligen Luzerner Regiobank (1997) oder der Besuch Hillary Clinton (1998). Die Sondergruppe ist heute in vier Detachemente unterteilt, je eines für die Polizeikorps von Luzern, Schwyz und Zug und eines für die Kantone Obwalden, Nidwalden und Uri. Daneben gibt es die Sondergruppe Habicht für Präzisionsschützen.

Strenge Selektion

Wer zu den «Luchsen» will, muss sich einer strengen Selektion unterziehen. Denn dort ist höchste physische und psychische Leistungsfähigkeit gefordert. Diese zeigte sich auch bei den Übungen in einem leerstehenden Hotel auf dem Bürgenstock.

Die «Luchs»-Ausbildung dauert ein Jahr. Nach der Aufnahme in die Gruppe folgt eine permanente Aus- und Weiterbildung. Zur Grundausbildung gehören unter anderem Interventionen mit und ohne Hund, Schiessen, Fahrschule, Eindringen in Gebäude, Einsätze aus dem Helikopter und Selbstverteidigung.

Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
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Die Übung beginnt: Die Luchse stürmen ein altes Hotel auf dem Bürgenstock. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
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«Luchs»-Anklage im Kanton Schwyz

Die meisten «Luchs»-Einsätze, wie zuletzt die Überwältigung eines Thailänders in Arth-Goldau oder die Begleitung des brasilianischen Fussballteams in Weggis (2006) verliefen problemlos. Nicht immer sind die Einsätze jedoch reibungslos verlaufen. 2005 wurden in Arth zwei Männer festgenommen. Die Polizisten gingen von der Annahme aus, dass einer von ihnen ein gesuchter Schwerverbrecher sei. Zwei «Luchsen» wird vorgeworfen, die Verhafteten nicht sofort befreit zu haben, als der Irrtum bemerkt wurde. Im Kanton Schwyz ist deshalb eine Anklage gegen zwei Mitglieder der Luzerner Polizei wegen Amtsmissbrauch hängig. Gegen die Anklage sind allerdings Beschwerden wegen verfahrenstechnischen Fragen eingegangen. Die Anklage ist deshalb noch blockiert.

rem/sda