Lucky holt sich das Geflügel vom Weihnachtsbaum

Nicht Schokoladenmäuse, sondern veritable Küken hängen am Weihnachtsbaum, den der Tierpark Goldau für Füchsin Lucky geschmückt hat.

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Lucky holt sich die Küken vom Weihnachtsbaum. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)

Lucky holt sich die Küken vom Weihnachtsbaum. (Bild: Erhard Gick/Neue SZ)

Das Tier beweist seine sprichwörtliche Intelligenz und hat den Dreh rasch gefunden, um sich die Beute zu holen. Zuvor musste indes Tierpfleger Martin Meister beweisen, dass er noch etwas cleverer ist als die Rotfüchsin. Als er versucht, mit Nielenfäden die Küken an das Tännchen zu hängen, wird er von der hungrigen Lucky bedrängt und in seiner Arbeit behindert.

Tägliche Streicheleinheiten
Meister lässt die Füchsin auf seinen Rücken klettern und speist sie dann mit einem Küken ab. Lucky macht sich über den Schmaus her, und der Tierpfleger findet nun die Ruhe, um ein halbes Dutzend weiterer Häppchen an den Baum zu hängen. Schon hat das Weibchen seine Mahlzeit beendet, tänzelt um das Tännchen, springt ins dünne Geäst und schnappt sich mit der Schnauze eine weitere Portion.

Bild: Erhard Gick/Neue SZ
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Lucky ist, wie ihre scheuere Goldauer Gefährtin Speedy, von Hand aufgezogen worden. Die beiden Weibchen benötigen deshalb tägliche Streicheleinheiten ihres Pflegers. Dessen grösste Sorge ist es aber, immer wieder neue Verstecke für das Futter - Mäuse, Geflügel, Fische und süsse Früchte - zu finden. Lucky und Speedy sollen sich auch im Tierpark anstrengen müssen, um satt zu werden - aber eben: Die schlauen Tiere lernen schnell.

Gewieft und unbeliebt
Tierparkdirektorin Anna Baumann kennt viele Gründe, wieso der Fuchs als schlau gilt: Er sehe gerissen aus, benutze oft Dachsbauten als eigene Behausung, benutze den Schwanz als Steuer und Kopfkissen und verfüge über ausgezeichnete Sinnesorgane. Trotz seiner Schlauheit geniesst der Fuchs keinen guten Ruf: Er ist einer, der sich den verschiedensten Lebensbedingungen anpassen kann, er stiehlt Hühner, und er ist als Überträger von Krankheiten wie Tollwut, Staupe und Fuchsbandwurm bekannt. Dass er auch hilft, Rattenplagen zu verhindern, wird meist übersehen.

Tierparkarzt Martin Wehrle erinnert daran, dass die Jagd auf den Fuchs im Kampf gegen die Tollwut kontraproduktiv gewesen sei. Der dezimierte Bestand habe sich rasch vermehrt und die Krankheit habe sich umso ungehinderter ausbreiten können - Erkenntnisse, die auch beim Umgang mit Bär und Wolf in Betracht gezogen werden sollten.

sda