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LUZERN: Ein Kämpfer für die Entrechteten

Mit seinem Einsatz für die Unterdrückten ist Erzbischof Óscar Romero (1917–1980) als Märtyrer in die Geschichte eingegangen. Anlässlich seines Gedenktages widmet sich das Romero-Haus dem Thema Solidarität.
Andreas Faessler
Erzbischof Óscar Arnulfo Romero (1917–1980) bei einer Predigt in San Salvador am 17. Oktober 1979.

Erzbischof Óscar Arnulfo Romero (1917–1980) bei einer Predigt in San Salvador am 17. Oktober 1979.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Mit dem letalen Schuss auf Erzbischof Óscar Arnulfo Romero am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes begann in El Salvador ein blutiger Bürgerkrieg, der zwölf Jahre andauern sollte. 1917 in ärmliche Verhältnisse geboren, wirkte Romero in seinem Heimatland als Pfarrer, Redaktor kirchlicher Zeitschriften, als Generalsekretär der salvadorianischen Bischofskonferenz und schliesslich – ab 1977 – als Erzbischof von San Salvador.

Die Bevölkerung des lateinamerikanischen Landes litt unter Armut und Unterdrückung durch die weltliche Obrigkeit und das brutale Militärregime. Erzbischof Romero verurteilte diese Zustände, trat mit einer beispiellosen Liebe und Empathie für die Armen, Entrechteten und Unterdrückten ein und wurde durch seinen unermüdlichen Einsatz für Gerechtigkeit ein in ganz Lateinamerika angesehener Freiheitskämpfer. Romero stellte in seinen Reden, Predigten und Ansprachen, von denen viele über Rundfunk in die Welt hinausgetragen wurden, die Verbrechen und Gräueltaten von Regierung und Militär öffentlich an den Pranger. Zweimal wurde der selbstlose Gottesmann für den Friedens­nobelpreis vorgeschlagen.

In seiner Sonntagspredigt vom 23. März 1980 richtete Romero sein Wort abermals an die Adresse der Armee und des Staates El Salvador, auf dass der anhaltenden Repression endlich ein Ende gesetzt werde. Am folgenden Tag wurde der Erzbischof während der Eucharistiefeier am Altar mit einem Schuss niedergestreckt. Sein gewaltsamer Tod löste den eingangs erwähnten Bürgerkrieg aus, welcher bis zur Befreiung 1992 rund 75 000 Tote forderte. Romeros Todestag, der 24. März, wurde zum jährlichen ­Gedenktag ausgerufen. Das ­römisch-katholische Seligsprechungsverfahren für Erzbischof Óscar Romero dauerte 21 Jahre – es wurde erst am 3. Februar 2015 in San Salvador geschlossen.

Romeros Vermächtnis

Die Verehrung des lateinamerikanischen Menschenfreundes findet internationalen Niederschlag. Abgesehen von seiner Verewigung als Sandsteinfigur an der Fassade der Westminster ­Abbey in London existieren mehrere sogenannte Romero-Häuser, zumeist Bildungsstätten, deren Ziel und Zweck unter der Ägide des seligen Romero stehen. So führt auch das 1986 gegründete Romero-Haus in Luzern als Bildungszentrum das hehre Vermächtnis von Óscar Romero weiter, indem es aktuelle Themen ins Zentrum stellt und konstruktive Brücken zwischen Ländern, Religionen, Menschen, Politik, Wirtschaft und Kirche schlagen will. Seit Juli 2013 ist das Ro­mero-Haus Luzern Hauptsitz von Comundo, der führenden Schweizer Organisation der personellen Entwicklungszusammenarbeit, welcher auch die Vereine Inter-Agire und die Bethlehem-Mission Immensee angehören. Der Einsatz für weltweite soziale Gerechtigkeit ist oberste Mission von Comundo. Die Arbeitsschwerpunkte liegen insbeson­dere in den Bereichen Selbstbestimmung eines jeden Menschen, Beteiligung an Entscheidungsprozessen und Wahrung der Menschenrechte sowie im verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt.

Solidarisches Handeln für eine bessere Welt

Im Rahmen der Zentralschweizer Romero-Tage 2018 widmet das Luzerner Bildungshaus sein Veranstaltungsprogramm im März dem Thema Solidarität, dies unter anderem in Zusammenarbeit mit Amnesty International. Mit mehreren Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten (siehe Box) wird die Bedeutung von solidarischem Denken und Handeln als ein Grundelement für die Bekämpfung von Armut und Unterdrückung sowie für ein funktionierendes Miteinander verschiedentlich beleuchtet. Man diskutiert über Solidarität durch verantwortungsvollen Konsum, über eine solidarische Einstellung im Alltag oder gar darüber, als wie solidarisch Luzernerinnen und Luzerner wahrgenommen werden. Eine Filmpräsentation greift zudem die dauerhaft virulente Debatte um die ethische Verantwortung von Rohstoffhandelsunternehmen auf.

Die Veranstaltungsreihe findet ihren Höhepunkt am eigentlichen Romero-Tag am 24. März im Romero-Haus. Ein mehrteiliges Programm mit Gesprächsrunden und Referaten lotet auch hier die Dimensionen des Begriffs Solidarität durch unterschiedliche Herangehensweisen aus. Davon ausgehend soll gemeinsam erörtert werden, welche Formen von Solidarität es heute gibt und wie diese gestärkt werden können.

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