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1. AUGUST: Nationalhymne: CVP ist sich uneins

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft will die neue Nationalhymne etablieren, die CVP des Kantons Luzern wehrt sich mit Händen und Füssen dagegen. Doch es gibt eine prominente Ausnahme.
Martina Odermatt

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Alt Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger fand klare Worte für das Vorhaben der Schweizer ­Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Diese rief alle Organisatoren von Bundesfeiern in Städten und Gemeinden auf, am 1. August die neue Hymne zu singen. Lustenberger (CVP) verlangte gar vom Bundesrat, «ein Machtwort zu sprechen und das Projekt zu stoppen».

Die Luzerner Kantonalpartei stützt Lustenbergers Aussagen. «Das ist eine intolerante Zwängerei», sagt Christian Ineichen, Präsident der CVP Kanton Luzern. «Sieht man, vor welchen Problemen die Schweiz im Moment steht, hat diese Diskussion keine Daseinsberechtigung», so Ineichen. Bereits letztes Jahr forderte die Gesellschaft dazu auf, am Nationalfeiertag den neuen Text zu singen. Lediglich 20 der 2300 Gemeinden folgten der Aufforderung. «Die SGG hat sich das auf die Fahne geschrieben. Auf Teufel komm raus darf man die alte Hymne jetzt plötzlich nicht mehr gut finden», sagt Ineichen. In einer Mitteilung bezeichnet die CVP das Verhalten der SGG als unschweizerisch, uneinsichtig und besserwisserisch.

Schwingruber im Unterstützungskomitee

Doch innerhalb der Partei regt sich Widerstand gegen diese Haltung. Im 70-köpfigen Komitee der SGG finden sich prominente Namen wie Iwan Rickenbacher, ehemaliger Generalsekretär der CVP, Guido Zäch, ehemaliger Nationalrat, oder alt Regierungsrat Anton Schwingruber. Letzterer weibelt schon länger für die neue Hymne, hat damals sogar selbst einen Vorschlag eingereicht. Er hofft, dass mit dem neuen Text wieder mehr Leute das Nationallied mitsingen. Warum seine Partei sich so vehement gegen die neue Nationalhymne stellt, sei ihm schleierhaft, wie er auf Anfrage sagt. Schliesslich sei es auch die CVP gewesen, die 1981 den Wechsel der damaligen Hymne «Rufst du mein Vaterland» durch das aktuelle Loblied initiiert hatte. Und: «Der Text der neuen Hymne könnte direkt aus dem Parteiprogramm der CVP sein.» Schwingruber vermutet, die Partei wolle mit ihrer Haltung Aufmerksamkeit generieren. «Falls dem so ist, haben sie es geschafft», sagt er. Präsident Ineichen winkt ab. «Dass die Leute heute nicht mehr mitsingen, hat nichts mit dem Text oder der Melodie zu tun.» Das läge eher daran, dass der Festgesang heute nicht mehr vermittelt werde. Ineichen ist aber überzeugt: Die Kernbotschaft von damals gilt auch heute noch, die Werte sind dieselben. Zum Engagement seines Parteikollegen sagt Ineichen Folgendes: «Ich nehme es ihm nicht übel, habe mich aber gewundert, wie aktiv er sich als ehemaliger Regierungsrat dafür einsetzt.» Den Elan führt er auf Schwingrubers Kulturaffinität zurück. Einig sind sich die beiden CVP-Männer einzig darin, dass diese Diskussion der Partei nichts anhaben kann. «Zum Glück dürfen in der CVP mehrere Meinungen vertreten sein, ohne befürchten zu müssen, aus der Partei zu fliegen», sagt Schwingruber. Und Ineichen fügt an: «Solche Diskussionen widerspiegeln das breite Spektrum dieser Partei.»

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