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10 Bisherige verpassen die Wiederwahl in den Luzerner Kantonsrat

Des einen Freud, des anderen Leid: 5 Kantonsräte der SVP, 3 der CVP und 2 der FDP 
wurden nicht wiedergewählt. Betroffen sind neben dem jüngsten Parlamentarier auch zwei «Urgesteine».
Niels Jost

103 der bisherigen Luzerner Kantonsräte sind zu den gestrigen Wahlen erneut angetreten. Während die meisten von ihnen vom Bisherigen-Bonus profitieren konnten und die Wiederwahl schafften, hatten andere eine bittere Pille zu schlucken. Zehn Politiker schafften die Wiederwahl nicht.

Der wohl bekannteste unter ihnen ist Guido Müller. Der SVP-Politiker ist seit 19 Jahren im Amt – bei einer Wiederwahl wäre er der amtsälteste Parlamentarier geworden. Von seinen beinahe zwei Jahrzehnten im Kantonsrat war der Ebikoner zehn Jahre Fraktionschef der SVP. Dieses Amt hatte er bis im vergangenen Herbst inne. Zudem kandidierte der 61-Jährige vor gut einem Jahr für den Ebikoner Gemeinderat und war viele Jahre Mitglied der Parteileitung der kantonalen Volkspartei.

(Bild: PD)

(Bild: PD)

An der Bekanntheitsgrad dürfte es daher nicht gelegen sein, dass Müller im Wahlkreis Luzern-Land nur 5020 Stimmen holte und damit die Wahl äusserst knapp verpasste; Parteikollege Reto Frank aus Meggen machte 19 Stimmen mehr und schaffte den Sprung ins Parlament erneut. Müller sagte zu seiner Abwahl: «Diesen Entscheid gilt es zu akzeptieren. Wenn eine Partei Sitze verliert, dann besteht halt das Risiko, es nicht mehr zu schaffen.»

Neben Müller wurden vier weitere Bisherige von der SVP nicht wiedergewählt:

Corinna Klein (Wauwil, seit 2016),

(Bild: PD)

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Jost Troxler (Mauensee, seit 2011)

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Josef Schnider (Ballwil, seit 2016)

(Bild: PD)

(Bild: PD)

sowie Thomas Schärli (Luzern, seit 2011). Bei Letzterem machten bloss 33 Stimmen den Unterschied. Entsprechend enttäuscht war der Luzerner am Sonntagabend. Trotzdem werde er weiterhin aktiv für die SVP politisieren.

(Bild: PD)

(Bild: PD)

CVP-Mann Helfenstein: 
Zum zweiten Mal abgewählt

Auch für drei Kantonsräte der CVP war der Wahltag ein denkbar bitterer, besonders aber für Gianmarco Helfenstein. Der Horwer wurde schon bei den Wahlen 2011 nicht wiedergewählt, rückte allerdings ein Jahr später aufgrund des Rücktrittes von Parteikollege Christoph Lengwiler wieder ins Parlament nach. Helfenstein holte am Sonntag 4372 Stimmen und blieb damit weit hinter dem letztgewählten CVPler, Daniel Gasser, der 5133 Stimmen machte. Helfenstein, der Präsident der CVP-Wahlkreispartei Luzern-Land ist, war ob seines Resultats «überrascht» und auch enttäuscht, wie er auf Anfrage sagte. Einen Grund für seine Abwahl konnte der 67-Jährige noch nicht nennen. «Ich muss das Resultat nun zunächst mal in Ruhe analysieren.»

Gianmarco Helfenstein (bisher), Luzern, Wahlen Kantonsrat Luzern 2019, Wahlkreis Luzern-Land, CVP

Gianmarco Helfenstein (bisher), Luzern, Wahlen Kantonsrat Luzern 2019, Wahlkreis Luzern-Land, CVP

Die Wahl nicht wieder geschafft haben neben Helfenstein auch die CVP-Kantonsräte Jürg Meyer (Emmenbrücke, seit 2011)

(Bild: PD)

(Bild: PD)

und Franz Bucher (Baldegg).

Franz Bucher (bisher), Baldegg, Wahlen Kantonsrat Luzern 2019, Wahlkreis Hochdorf, CVP

Franz Bucher (bisher), Baldegg, Wahlen Kantonsrat Luzern 2019, Wahlkreis Hochdorf, CVP

Bucher ist seit 2003 im Amt, gehört damit zu den erfahrensten Parlamentariern. Die Abwahl nach 16 Jahren nimmt der ehemalige Hochdorfer Gemeindeammann sportlich:

«Wenn man für ein politisches Amt antritt, muss man immer auch mit einer Niederlage rechnen.»

Bucher schaffte die Wiederwahl um knapp 200 Stimmen nicht. «Wir hatten viele gute Kandidaten im Seetal», analysierte er sein Abschneiden. Eine erneute Kandidatur in vier Jahren schliesst er aus. Trotz der gestrigen Abwahl sei er sehr dankbar «für die schöne Zeit», in der er viel gelernt habe. «Nun dürfen andere diese Erfahrungen machen.»

28-Jähriger FDPler 
schafft Wiederwahl nicht

«Ernüchternd». So kommentierte FDP-Kantonsrat Maurus Zeier den Wahltag.

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Damit meinte der Luzerner – mit 28 Jahren der jüngste amtierende Parlamentarier – nicht seine persönliche Abwahl, die es «sportlich hinzunehmen gelte», sondern das Abschneiden der Bürgerlichen im ganzen Kanton. «Dieses Resultat müssen wir nun in aller Härte analysieren.»

Zufrieden sei Zeier über seine Anzahl Stimmen: 5991 mal stand sein Name auf den Zetteln, rund 400 mal mehr als bei den Wahlen vor vier Jahren. Damit liegt er auf dem ersten Ersatzplatz der FDP im Wahlkreis Luzern. Sprich: Würde einer der amtierenden Kantonsräte aus der Stadt frühzeitig zurücktreten, würde er nachrücken. So geschehen schon vor gut einem Jahr, als Zeier Parteikollege Daniel Wettstein ersetzte. In dieser kurzen Amtszeit sei es ihm recht gut gelungen, sich im Parlament einzufügen, analysierte Zeier.

Ebenso die Wahl für die FDP nicht wieder geschafft hat Daniel Gloor. Besonders bitter für den 61-jährigen Surseer: Er wurde bereits 2015 nicht wiedergewählt und rückte erst im vergangenen Herbst für den zurückgetretenen Charly Freitag nach. Gloor holte 8278 Stimmen, rund 300 weniger als die nächstgelegene FDP-Kandidatin Rosy Schmid.

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