100 JAHRE HOTEL MONTANA: Zurück in die verrückten Zwanziger

Mit viel Glanz, Gloria und 600 Gästen feierte am Samstagabend hoch über Luzern das Hotel Montana sein 100-jähriges Bestehen. Musik und Charleston-Kleider der Geladenen waren Zeugnis der «Roaring-Twenties».

Merken
Drucken
Teilen
Silvia Affolter, Ariella Kaeslin und Fritz Erni (von links) füllen den Glasturm mit Champagner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Silvia Affolter, Ariella Kaeslin und Fritz Erni (von links) füllen den Glasturm mit Champagner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Beleuchtungskünstler Gerry Hofstetter verzauberte das Art-Deco-Haus von aussen in ein faszinierendes Lichtschloss, die 8-köpfige Montana-Jazz-Band spielte auf und Zirkuspfarrer Ernst Heller segnete das Hotel nochmals so, als würde es gerade frisch eingeweiht. Voller Freude und Stolz füllte Hoteldirektor Fritz Erni zusammen mit Hotel-TV-Unternehmerin Silvia Affolter und Kunstturnerin Ariella Kaselin den grossen Glasturm mit Champagner.

Hotel muss leben
100 Jahre – wie kann denn ein Hotel erfolgreich so alt werden? «Indem es immer schön jung bleibt», schmunzelte Fritz Erni, seit 15 Jahren an der Montana-Spitze. «Vor allem aber muss ein Hotel leben», so das Kredo des Gastgebers am gestrigen Abend. «Es muss ein Treffpunkt für Menschen sein, der diese begeistert und so auch immer wieder anzieht.» Feines Essen, schöne Zimmer, gute Lage seien wichtige Voraussetzungen. Genauso wie die Bereitschaft seiner 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, «immer etwas mehr» zu tun als das Minimum. Darüber hinaus schätzt Erni, der früher 15 Jahre als Vize-Direktor im Hilton Zürich tätig war, den Erlebnisfaktor eines Hotels hoch ein.

Synergien nutzen
«Damit ein Hotel lebt, muss regelmässig und in angemessenem Rahmen immer etwas laufen. Das erhöht die Bindung zur Kundschaft, schafft Mehrwert und bringt eben Leben ins Haus.» Was wird in Zukunft für den Hotel-Erfolg wichtig sein? «Gehört man keiner internationalen Kette an, werden die Hotels in Zukunft vermehrt miteinander zusammen arbeiten», ist Fritz Erni überzeugt. «Unser Haus, das einer Aktiengesellschaft gehört, ist mit der Vereinigung 'Small Luxury Hotels' eine Kooperation in Sachen Marketing, Reservation und Verkauf eingegangen. Das hat sich bereits ausgezeichnet bewährt», so Erni, der übrigens Vize-Präsident dieser Vereinigung mit 500 weltweit tätigen Hotels ist.

Sauber und stylisch
Und was erwarten prominente Jubiläumsgäste von einem erfolgreichen Hotel? «Es muss vor allem peinlichst sauber sein und ein freundliches Personal haben», erklärte FC Luzern-Präsident Walter Stierli. «Ich achte immer auf den Stil und den Design eines Hotels. Das Montana ist für mich ein Paradebeispiel für guten Style», sagte Ariella Kaeslin. Für Silvia Affolter («City Guide-TV») ist die Führung des Hauses wichtig: «Es braucht einen wie Fritz Erni an der Spitze. Einer, der das Wort Gastfreundschaft lebt und jedem Gast das Gefühl gibt, er sei jederzeit hoch willkommen.»

Lage und Aussicht
Der Luzerner TV-Wetterchef Thomas Bucheli sieht seine Lieblingshotels vor allem durchs Auge: «Lage und Aussicht geben bei mir den Ausschlag. Auch mag ich räumlich grosszügig gestaltete Eintrittebereiche – so fühle ich mich immer von Anfang an sofort wohl.» Musiker-Legende Hazy Osterwald («Kriminal Tango») gibt zu: «Von einem guten Hotel erwarte ich vor allem auch Freuden für meinen Gaumen – feines Essen und einen ganz guten Tropfen Wein.» Für Verkehrshaus-Direktor Daniel Suter muss «vor allem das Personal freundlich und gutgelaunt» sein, Nationalrat Otto Ineichen braucht eine «relativ harte Matraze auf einem französischen Bett», Ratskollege Georges Theiler «im Sommer Meersicht» und «im Winter Chminée und viel Gemütlichkeit».

André Häfliger