118-jährige Dampflok kehrt nach Luzern zurück

118-jährige Dampflok kehrt nach Luzern zurück

Bilder: Jakob Ineichen (Luzern, 18. Dezember 2019)

Die einstige Werklokomotive des von-Moos-Stahlwerks in Emmenbrücke lässt sich nun im Verkehrshaus bestaunen.

Hugo Bischof
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Am Mittwochnachmittag um 13.30 Uhr war es so weit: Die 26 Tonnen schwere Dampflokomotive SCB41 der einstigen Schweizerischen Centralbahn (SCB) traf im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ein.

Allerdings nicht auf ihren eigenen Rädern, sondern fest verankert auf einem Sattelschlepper:

Draussen vor dem Verkehrshaus wurde sie vorsichtig auf die Gleise abgeladen.

Ein Unimog schob die Lok in die Schienenhalle 2 des Verkehrshaus in Luzern.

Die achteinhalb Meter lange Dampflok mit Jahrgang 1901 war während der letzten zwei Jahre aufwändig revidiert und instandgesetzt worden – in der Werkstätte der Rhätischen Bahn (RhB) in Landquart im Kanton Graubünden.

Bild: PD

Von dort trat sie am Mittwochmorgen ihre rund dreistündige Reise nach Luzern an.

Bild: PD

Bild: PD

Sie stand einst schon zur Verschrottung bereit

Es ist sozusagen eine Rückkehr in vertraute Gefilde. Letztmals im Aktiv-Einsatz stand die vor 118 Jahren in der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur erbaute Dampflok nämlich in Emmenbrücke. Im dortigen Stahlwerk von Moos (heute Swiss Steel) diente sie von 1941 bis 1972 als Werklokomotive.

Nach ihrer Ausrangierung stand sie zur Verschrottung bereit, als ein privater Sammler sie erwarb und sich für ihre Erhaltung einsetzte. Jahrelang war die SCB41 an einstigen Industriestandorten in Zürich zu sehen, bevor sie 2012 nach Emmenbrücke zurückverlegt wurde:

Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 29. Juni 2012)

Hier, in der stillgelegten Walzwerkhalle, harrte sie danach der Dinge, die kommen sollten. Im März 2017 folgte der nächste Akt: Die stark angerostete Lok wurde in ihre Bestandteile zerlegt und für den Transport nach Landquart vorbereitet (Artikel vom 25. März 2017)

Bild: Verkehrshaus/Damian Amstutz (Emmenbrücke, 24. März 2017)

Im Verkehrshaus kann die alte Dampflok, das letzte erhaltene Exemplar ihrer Art von 1901, nun bestaunt werden. Sie sieht wieder wie neu aus und erhielt ihre ursprüngliche Farbe Schwarz zurück, nachdem sie vorübergehend grün war. Langfristiges Ziel sei es, sie für Publikumsfahrten einzusetzen, sagt Daniel Geissmann, Leiter Ausstellung und Sammlung im Verkehrshaus. Geissmann: «Die Lok ist fahrfähig, für die Inbetriebnahme fehlt nur noch die technische Abnahme.» Dass die alte Lok nicht verschrottet wurde, ist auch Pascal Troller zu verdanken. Er setzt sich seit Jahren für die Erhaltung historischer Kulturgüter ein und hat für die Restaurierung der einstigen von-Moos- Werklokomotive 660'000 Franken Spendengelder aufgetrieben.

Und hier noch einige Detailaufnahmen der neu renovierten Lokomotive:

Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 18. Dezember 2019)

Weitere Bilder: PD