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15 Jahre Treibhaus Luzern: Nach Existenzängsten auf Erfolgskurs

Das Stadtluzerner Jugendkulturhaus im Tribschen feiert sein 15-jähriges Bestehen. Nach einem Dämpfer wegen Sparmassnahmen sind die Besucherzahlen zuletzt stark angestiegen.
Stefan Dähler
Das Eröffnungsfest des Treibhauses Luzern am 1. Mai 2004. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

Das Eröffnungsfest des Treibhauses Luzern am 1. Mai 2004. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

«Zu Beginn stand da ein nackter Betonklotz in einem leeren Umfeld», sagte Roger Häfeli, Bereichsleiter Kinder- und Jugendförderung Stadt Luzern, am Freitag an einer Medieninformation zum 15-Jahr-Jubiläum. Als das Jugendkulturhaus Treibhaus 2004 neben dem Platz des FC Kickers eröffnet wurde, trauerten einige noch dem Vorgängerhaus Wärchhof nach, das einer Überbauung weichen musste. Ein Grund: Letzteres wurde von einem von der Stadt unterstützten Verein geführt, beim neu gebauten Treibhaus übernahm die Stadt direkt die Trägerschaft.

Inzwischen ist dieses etabliert und beliebt wie noch nie. Letztes Jahr verzeichnete das Treibhaus mit rund 16'000 Besuchern einen Rekord. Ganz anders sah dies 2012 aus. Aufgrund eines Sparprogramms senkte die Stadt ihren Beitrag um 10 Prozent. In der Folge brachen die Zahlen von 6700 auf 4800 ein, weil weniger Veranstaltungen stattfanden.

Seither geht es wieder bergauf, wie diese Tabelle zeigt:

Besucherzahlen Treibhaus

seit 2011
2011 6700
2012 4800
2013 7600
2014 7700
2015 13'500
2016 14'200
2017 14'000
2018 16'000

Man habe eine Vorwärtsstrategie gewählt, die Gastronomie aufgewertet, die Zahl der Anlässe erhöht und das Haus auch extern vermietet, so Häfeli. Das Treibhaus erhält jährlich einen Beitrag von 500'0000 Franken von der Stadt, 700'000 Franken erwirtschaftet es selbst.

Und auch die leere Umgebung veränderte sich. Auf dem Kiesplatz ist eine schmucke Gartenbeiz entstanden. So sieht sie aus:

Bild: PD

Bild: PD

Und so präsentierte sich der Vorplatz bei der Eröffnung:

Bild: PD

Bild: PD

2008 wurde gleich neben dem Treibhaus der Theater Pavillon eröffnet. Die beiden Häuser nutzen Synergien, letztes Jahr wurde mit einer Verbindungstreppe zum Pavillon ein gemeinsamer Vorplatz geschaffen.

Zweiter Fall Boa wurde abgewendet

2014 folgte eine neue Überbauung auf dem Areal der Emmi-Fabrik. Diese löste Existenzängste aus, ein zweiter Fall Boa wurde befürchtet – das Kulturzentrum hatte nach Lärmklagen aus der Nachbarschaft schliessen müssen. Die Stadt wollte dies beim Treibhaus verhindern und erarbeitete unter dem damaligen Baudirektor Kurt Bieder (FDP) eine Vertragsklausel, die besagt, dass die Bewohner der neuen Überbauung Lärmemissionen dulden müssen.

Auch das Kulturhaus wurde aktiv, es führt bis heute Anlässe mit den Nachbarn durch. «Das Verhältnis ist sehr gut», sagte Corinne Imbach, Leiterin des Treibhauses. Damit das so bleibt, hat die Stadt kürzlich zusätzliche Investitionen in die Sicherheit und die Lärmreduktion getätigt.

Experimentierfeld für Jugendliche

Das Treibhaus ist aber weit mehr als ein Ort für Partys und Gastronomie. «Rund 160 junge Menschen sind hier tätig», sagte Stadtrat Martin Merki (FDP). Sie lernen, selbst Projekte und Anlässe durchzuführen, gestalten Flyer, arbeiten an der Bar, Kasse oder im Technikbereich. Weiter gibt es im Haus Räume für Bands, einen Multimediaraum und ein Fotostudio. Merki:

«Das Treibhaus ist ein selbst gestalteter und kreativer Ort für junge Menschen.»

Hier könnten sie erste Erfahrungen für ihre Ideen und Projekte sammeln. Zahlreiche ehemalige Programmteilnehmer würden heute in Kulturhäusern oder Gastro-Betrieben arbeiten.

Wie haben sich die Bedürfnisse der Jugendlichen in den letzten Jahren verändert? «Sie kommen später in den Ausgang, erst um 23 bis 24 Uhr», sagt Imbach. Zudem seien heute Partys mit DJ beliebter als Live-Musik. Da man lokalen Nachwuchsbands eine Plattform bieten wolle, achte die Leitung darauf, dass dennoch regelmässig Konzerte stattfinden. Weiter sei die Welt der Jugendlichen schnelllebiger geworden. Imbach: «Sie sind oft im Stress und wollen sich weniger langfristig binden.»

Das Fest zum Jubiläum findet vom 5. bis 7. Juli in Zusammenarbeit mit dem Fussballturnier Kick’n’Rush statt. Programm auf: www.treibhausluzern.ch

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